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Es gab in den letzten Jahren so einige Knaller aus Spanien, die beim Publikum wie eine Bombe einschlugen und einige davon waren sogar Debüts. Da dürfte es Regisseur und Autor Miguel Larraya mit seinem Erstling verdammt schwer haben, denn mehr als einen durchschnittlichen Slasher auf arg begrenztem Raum bietet der Streifen nicht.

Teeny-Idol Carlos bekleidet die Hauptrolle einer wöchentlich ausgestrahlten Serie und lässt bei den Damen nichts anbrennen, weshalb mit seiner Serienpartnerin Schluss ist und die Produzenten über eine radikale Änderung des Drehbuchs nachdenken. Um abzuschalten vergnügt sich Carlos auf einer Party und wacht am nächsten Morgen verkatert auf. Gemeinsam mit drei weiteren Frauen muss er jedoch erkennen, dass das Gebäude komplett verriegelt ist und die Anwesenden offenbar nicht allein im Gebäude sind…

Das Geschehen steigt direkt mit der Serie ein, quasi dem Film im Film, wobei es eine der ersten Serien sein müsste, die im Format eines Slashers mit vermummten Killer a la „Scream“ daherkommt. Kurz darauf werden Klischees der Fernsehbranche gewälzt und Carlos in ein wahrlich negatives Licht gerückt, da der selbstverliebte Gockel durchweg eine Rolle verkörpert und somit nicht als Identifikationsfigur in Frage kommt. Das Partygedöns verläuft ebenfalls ohne Höhepunkte und auch am Tag danach, als der maskierte Killer im Haus unterwegs ist und sich zunächst zwei Frauen krallt, deren Ableben er via Handykamera übermittelt, läuft zunächst alles nach Schema F ab.

Dann jedoch kommt es vorm letzten Drittel zum Break und dem damit verbundenen Twist, der gar nicht so abwegig erschien und folgerichtig erahnbar ist. Was jedoch dann folgt ist ein Aufeinandertreffen zahlreicher irrationaler Verhaltensweisen und dummer Einfälle, welche allenfalls dafür sorgen, die Pfade des Slashers nicht zu verlassen und das Tempo nochmals ein wenig anzutreiben. Trotz hanebüchener Aspekte können zumindest viel Bewegung und zackige Schnitte einige Mankos des leicht einfältigen Drehbuchs kaschieren.

Die Morde fallen hingegen nicht allzu derb aus, da es im Fall der Handyfilme keine expliziten Szenen, sondern allenfalls Andeutungen gibt und auch zum Showdown sind nicht mehr als Messerstiche und das Zulangen mit einer Spiegelglasscherbe auszumachen.
Darstellerisch ist nichts anzukreiden, allzu charismatische Mimen wirken jedoch auch nicht mit, während der Score kaum auffällt und auch die Lokalität mit zig kleinen Räumen, einigen Kellergängen und mehreren Etagen nicht viel Abwechslung schafft.

Kleinere Ideen innerhalb des Treibens sind nicht schlecht und auch das latent hohe Tempo ab Mitte der Handlung bügelt einige Schwachstellen aus, doch trotz einiger gelungener Ansätze fehlt es an wirklich kreativen Einfällen und vor allem hätte eine Portion Augenzwinkern nicht geschadet, zumal der Vergleich zu „Scream“ in einige Punkten auf der Hand liegt.
Für ein Debüt okay, für eingeschworene Freunde des Slasher maximal Durchschnittsware , - mit passablen Spannungsmomenten, zu geringem Blutvergießen und einem brauchbaren Twist, der allerdings einigen unlogischen Unfug nach sich zieht.
5,5 von 10

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