Franz Ferdinand von und zu Donnersberg stammt aus einer adeligen, wohlhabenden und einflussreichen Familie. Sein bester Freund ist intelligent und fleißig. Damit sind die beiden praktisch das perfekte Team, schon das Abitur hätte der Adelsspross nicht ohne die Hilfe seines Schulfreundes, der selbst aus einfachen Verhältnissen stammt, geschafft. Nun geht Franz Ferdinand in die Politik, während sein Freund weiterhin die Fäden zieht, die wichtigen Entscheidungen für ihn trifft und sogar als Ghostwriter für seine Doktorarbeit einspringt.
Schon das deutsche Kino ist an guten Filmen ausgesprochen rar, die deutsche TV-Landschaft ist es erst recht. Man durfte also eine wirklich miese Parodie erwarten, als bekannt wurde, dass sich Sat.1 nun der Verfilmung des Aufstiegs und Falls eines ehemaligen Ministers annahm, der hier Donnersberg heißt, weil man wohl Angst vor einer Klage hatte. Nennen wir ihn an dieser Stelle K. zu Guttenberg. Nein, doch zu offensichtlich, besser Karl-Theodor z. G.
Der Film ist jedoch für deutsche TV-Verhältnisse ausgesprochen gut geworden, durchaus sehenswert. Denn während die Macher ihre Hauptfigur von einem Fettnäpfchen ins nächste manövrieren, lassen sie selbst solche nach Möglichkeit aus, verzichten auf allzu billigen Klamauk und bemühen sich stattdessen darum, gute Ideen auszuspielen, wobei man dem Film aufgrund leichter darstellerischer und inszenatorischer Defizite dann doch ansieht, dass die finanziellen Mittel nicht allzu groß waren.
Zunächst einmal ist die Satire unterhaltsam, weil sie die wesentlichen Eckpunkte einer (vorerst) gescheiterten Karriere schnell abarbeitet und unter dem Aspekt des (erfundenen?) Freundes und Ghostwriters stets ein bisschen anders und auch sehr ironisch interpretiert. Das private Geplänkel zwischen Donnersberg und seinem Sandkastenfreund sowie dessen mitunter schwierige Verhältnis zu seiner Frau bremsen den Film zwar teilweise ein bisschen aus, andererseits bereichert die fiktive Komponente den Film um eine neue Perspektive auf den Lauf der Dinge, die das Bekannte interessanter und auch amüsanter erscheinen lässt.
Die Gags und Anspielungen sind dabei mitunter etwas ungeschickt, jedoch nie so peinlich, wie man es sonst von deutschen TV-Komödien kennt, oft sogar recht lustig, etwa dann, wenn Angela Merkel neben ihrem Mann im Bett liegt und mit einer entsprechenden Brille die 3D-Ausgabe der BILD (heißt hier anders) zu lesen versucht. Überhaupt ist es den Machern ganz gut gelungen, die merkwürdige Beziehung von Guttenberg zur BILD-Zeitung amüsant und ironisch zu beleuchten. Eine wirklich hintergründige Demontage eines Politikers, der als Popstar gefeiert und schließlich als Luftpumpe enttarnt wurde, ist der Film jedoch zu keinem Zeitpunkt.
Fazit:
Ein Meisterwerk ist “Der Minister“ zwar nicht geworden, gemessen am deutschen TV-Standard spielt er aber in der Champions League. Einer der größten Blender der deutschen Politik wird hier als ebensolcher dargestellt und dazu eine ironische Geschichte, erweitert um einige fiktive Personen, erzählt. Das ist unterhaltsam, stellenweise witzig, nicht immer, aber doch manchmal etwas hintergründig, somit kurzweilig und sehenswert.
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