Mit „Berserk“ wurde mal wieder versucht, einen überlangen Manga zu verfilmen. Leider hat der Anime bis heute nicht wirklich ein Ende gefunden, so zeigt der hier besprochene Anime nur eine Vorgeschichte. Doch schon die hat es in sich.
Sein Markenzeichen ist ein riesiges Schwert. Viel größer und viel schwerer als ein normales Schwert. Damit schlachtet Guts seine Gegner praktisch ab. Guts wird nur noch der schwarze Ritter genannt und diese Geschichte erzählt warum.
Der Anime zeigt Guts Eintritt bei den Hawks. Nach einem verlorenen Kampf schließt sich Guts den Hawks und deren Führer Griffith an. Obwohl Griffith ebenfalls aus armen Verhältnissen stammt, hat er einen Traum. Griffith möchte sein eigenes Königreich haben und dies will er mit Hilfe der Hawks erreichen. Zunächst sind die Hawks nur eine kleine Gruppe, aus deren die einzige Frau bei den Hawks herausstricht, Caska. Caska hat anfangs einige Probleme mit Guts, doch diese Beziehung verändert sich noch im Laufe der Zeit. Mit Guts hat Griffith nun jemanden bei den Hawks, den er als ebenbürtig ansieht, was bei Caska einiges an Eifersucht verursacht, da diese in Griffith verliebt ist.
Mit Hilfe von Guts, der durch sein riesiges Schwert und seiner scheinbar unendlichen Kraft unbesiegbar erscheint, werden die Hawks immer größer und mächtiger. Der König von Midland zeigt Interesse an den Hawks und so ziehen die Hawks auch für den König in den Krieg. Weiter und weiter vergrößern sich die Hawks, Griffith steigt in der Gunst des Königs auf. Doch als Guts die Hawks verlassen will, sieht Griffith seinen großen Traum gefährdet...
Auch der Anime ist schon zu komplex, um die Story einfach herunterzubeten, ohne das ich irgendwas wichtiges verrate. Es sei gesagt, in Berserk steckt viel mehr, als ich oben kurz beschrieben habe.
Kurioserweise beginnt der Film mit eine Art Ende, so dass man an Anfang recht irritiert ist und nicht wirklich weiß, was man von diesem Anime halten soll. Ich habe 2-3 Folgen gebraucht, bis mich dieser Anime fesseln konnte. Danach tritt aber wirklich das ein, was ich oft gelesen habe. Der Film wird von Episode zu Episode besser und ich habe es nicht bereut, nicht doch nach der 2. Episode auszuschalten, weil mit der Anime vom Inhalt her nicht liegt.
Zeichnerisch wirkt „Berserk“ ein wenig veraltet. Oft treten auch Standbilder auf. Dies nimmt man relativ gerne in Kauf, da Berserk andere Stärken hat. Die Charakterzeichnungen sind gelungen, jede Figur entwickelt sich (die Hauptfiguren natürlich mehr als die Nebenfiguren), sei es positiv oder negativ, aber immer eindrucksvoll für den Zuschauer.
Berserk befindet sich zeitlich im Mittelalter gesehen. Dadurch kommt es zu vielen Schwertkämpfen, sei es zu Fuß oder per Pferd. Dabei geht es sehr graphisch zu. Dank der etwas älteren Zeichnungen wirkt das alles aber nicht massig brutal. Richtig ausgeschlachtet werden diese Szenen nicht, meistens sieht man nur Okami-artige Blutfontänen aus allen Körperöffnungen schießen. Dennoch ist „Berserk“ nichts für Kinder, hier wird alles noch mit roher Gewalt als mit vernünftigen Argumenten gelöst, das Mittelalter eben. In Sachen Sexszenen hält sich „Berserk“ aber merklich zurück, was gar nicht mal schlecht ist, so hat man mehr Zeit für die Geschichte selber.
Auch wenn man schon am Anfang weiß, dass man nach25 Folgen ein offenes Ende bekommt, lohnt sich „Berserk“ vollkommen. Man kann den Anime praktisch auch als abgeschlossen sehen (wenn man beide Augen fest zudrückt) und bekommt ein furioses Finale geboten, was man so schnell nicht vergisst und auch hier im völligen Gegensatz zu den bisherigen Folgen steht. Purer Horror ist angesagt und man fühlt sich da schon fast wie in Barkers „Hellraiser“.
Fazit: Mehr ist nicht zu sagen, außer dass ich mir wahrscheinlich auch noch den Manga zulegen muss, um zu erfahren, wie die Geschichte um Guts weitergeht. Bis dahin war der Anime aber recht überzeugend, auch wenn er zeichnerisch schon ein wenig betagt wirkt.
Dafür stimmt die Charakterentwicklung und die Story selber. Auch wenn man wahrscheinlich mit Berserk ein wenig warm werden muss, da der Anfang nicht ganz gelungen ist, lohnt sich das dran bleiben. „Berserk“ wird von Episode zu Episode immer besser und steigert sich zu einem furiosen Finale, welches einen gelungenen Abschluss dieses Filmes liefert.