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Okay Splädda-Kiddis und Gorehounds dieser Welt ihr könnt aufhören eure Fist of the North Star und M.D. Geist DVD's rauf und runter zu spielen, Berserk ist genau euer Ding. Toll ist nur, das die 25 teilige Serie auch anspruchsvollere Zuschauer erfreuen wird, denn Berserk hat mehr zu bieten als simples Gemetzel.

Die Serie basiert auf den gleichnamigen Mangas, die ich nur vom kurzen Durchblättern beim Buchhändler kenne. Hauptdarsteller ist Gatsu den wir in der ersten Episode als unbezwingbaren Dämonenkiller vorgestellt bekommen, danach beginnt die eigentliche Geschichte, welche quasi nur eine gigantische Rückblende ist. Wir lernen Gatsu gleich noch mal kennen als tapferen hitzköpfigen Jüngling etliche Jahre früher. Er schließt sich einem Söldnertrupp der "Band of the Hawk" an, deren Anführer geheime Ambitionen auf sein eigenes Königreich hegt.
Klar das erste was an Berserk auffällt sind die brachialen Kampfsequenzen mit ordentlich roter Farbe, die Animationen sind durchweg gelungen, wenn auch nicht auf dem Niveau neuerer Serien wie z.B Hellsing. Außerdem werden recht häufig gezeichnete Standbilder verwendet, die wenn ich mich richtig erinnere direkt aus den Mangas stammen. Diese sind sofort als solche erkennbar, es wird nicht versucht den Einsatz fester Frames zu überdecken. Man kann sagen diese Sparmaßname sticht etwas zu häufig ins Auge, andererseits muss man eingestehen, das aus dem beschränkten Budget das stilistisch beste Ergebnis herausgeholt wurde. Die Mischung aus Mittelalter und Barock funktioniert klasse, die Settings sind recht detailliert gezeichnet aber immer etwas dunkel geraten.

Die Kampfszenen verlassen sich meist auf Soundeffekte und verzichten auf Musik, die Musik welche in ruhigeren Szenen angespielt wird ist allerdings ein echter Ohrwurm.
Was mich wirklich überrascht hat wie gut die Charakterentwicklung funktioniert und wie wenig vorhersehbar die Konflikte der Protagonisten sind. Man verliert nie das Interesse am zusehen, auch wenn mal zwei folgen lang keine Kämpfe stattfinden, Gatsus suche nach einer Bestimmung erinnert etwas an Conan, ist aber glaubwürdig und nie langweilig inszeniert. Eigentlich alles drin und dran, Action, Emotionen, Gore und eine Lovestory, also woran haperts?

Schlicht und ergreifend daran das dies nur die Hälfte der Mangas umfasst, nix gegen ein offenes Ende aber 22 der 25 Episoden sind Vorgeschichte zur eigentlichen Geschichte, welche erst in den letzten beiden Episoden beginnt auf die uns die erste Episode schon ganz heiß gemacht hat. Sollte Berserk denn einmal vollendet werden wäre es eine großartige Geschichte, so ist es nur eine sehr gute Serie, die letztendlich aber einen etwas unbefriedigten Eindruck hinterlässt. Man erwartet außerdem, dass man zumindest am Ende wieder bei der ersten Episode ankommt, aber auch da wird man enttäuscht, die spielt nämlich noch ein ganzes Stück in der Zukunft. Ich glaube zwar das wir hier den storytechnisch interessanteren Teil der Geschichte sehen, in dem sehr viel Charakterentwicklung stattfindet, aber irgendwie wirken daher die wenigen Vorkommnisse übernatürlicher Geschehnisse etwas deplaziert. Die letzten beiden Episoden schlagen dann eine völlig andere Richtung ein was die Tonart und den Inhalt angeht, aber ohne Fortsetzung ist das etwas arg abgehackt.

Fazit: Eine richtig tolle blutige Fantasyserie, die man am Stück schauen sollte. Fairerweise sollte man sich aber bewusst sein, das man hier nur eine halbe, wenn auch in sich halbwegs abgeschlossene Geschichte zu sehen bekommt.

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