kurz angerissen*
Makoto Shinkais Regie in Kombination mit der besonderen Animationstechnik ist atemberaubend: Wenn sekundenlange Close Ups von Blättern gezeigt werden, die in ständiger organischer Bewegung sind, möchte man am liebsten Minuten daraus machen. Die Bilder aus dem Park, die teilweise übermalte Fotografien aus dem Shinjuku Gyoen National Park zur Grundlage haben, sind in ihrer Lebendigkeit ein wahres Fest für Regenwetter-Romantiker, auch wegen der erlesenen Farbgebung, die eine Atmosphäre zum Niederknien erzeugt für jeden, der es liebt, ein Gewitter über sich donnern zu hören oder auch nur das vielseitige Plätschern, Prasseln und Blubbern des Wassers, das aus dem Himmel auf unterschiedlichste Materialien fällt. Kombiniert werden die ungeheuer plastischen Regeneffekte und CGI-unterstützten Hintergründe mit liebevoll gestalteten, handgezeichneten Animationen. Kurz: Animationstechnisch ist Shinkai ein dreiviertelstündiges Meisterwerk gelungen.
Nur die Verknüpfung der erlesenen Optik mit den Inhalten will nicht überzeugend gelingen; so ist dem Regisseur zwar daran gelegen, mit einem ganzen Blumenkorb an Metaphern (neben dem Regen stechen hier vor allem die Füße heraus) die Gemütsstimmung der beiden Protagonisten, eines 15-jährigen Jungen und einer 27-jährigen Frau, einzufangen, doch was so geheimnisvoll mit viel Stille und der Rätselhaftigkeit japanischer Gedichte beginnt, wird spätestens im Schlussakt mit einer unnatürlich wirkenden emotionalen Entladung der Charaktere wieder zerstört. Das grundsätzlich spannende 45-Minuten-Format stößt hier möglicherweise an seine Grenzen, denn obgleich der Mittelteil um eine Vertiefung der Figuren bemüht ist, drängt sich der Eindruck auf, weitere Szenen wären vonnöten gewesen, um glaubwürdig dort enden zu können, wo Shinkai seinen Film abschließt.
(5.5/10)
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