Review
von andeh
Paul Naschy Retrospektive #7
THE CRIMES OF PETIOT [Los crímenes de Petiot] (1972) ist nach JACK THE MANGLER [Jack el destripador de Londres] (1971) die zweite Zusammenarbeit zwischen PAUL NASCHY und dem Regisseur JOSÉ LUIS MADRID, der sich auch für Story und Screenplay mit verantwortlich zeigt. Daraus entstanden ist ein lupenreiner Giallo wie ihn die Italiener nicht besser hätten machen können. Neben Mr. Naschy, der natürlich auch einer der Verdächtigen ist, sehen wir PATRICIA LORAN [Der Vampir von Schloss Frankenstein], FERNANDO MARÍN, RAMÓN LILLO [Die Rückkehr der reitenden Leichen] sowie auf Seiten der Gesetzeshüter VICENTE HARO und ANASTASIO CAMPOY, alles eher spanische Fernsehdarsteller oder nicht weit über die Grenzen bekannt.
Das PAUL NASCHY Giallo kann, zeigt er im Jahr darauf mit den beiden ebenfalls ganz hervorragenden Filmen BLUE EYES OF THE BROKEN DOLL [Los ojos azules de la muñeca rota] (1973) von CARLOS AURED und TODESKREIS LIBELLE [Una libélula para cada muerto] (1973) von LEÓN KLIMOVSKY erneut. Mir persönlich gefällt dieser hier von den dreien sogar am besten, allerdings liegt deren Sichtung auch schon etwas länger zurück.
J. L. Madrid entführt uns nach Berlin, was für Einheimische ob des wiederkennungswertes der Schauplätze natürlich großartig ist, wo ein in schwarz gekleideter Killer wehrlose Pärchen martialisch mit Kopfschüssen hinrichtet. Am Tatort findet man nur die männlichen Opfer auf, erschossen mit einer Knarre die im 2. Weltkrieg zum Einsatz kam, versehen mit einer Gestapo-Brosche. Eine Gruppe Journalisten um die schöne Vera (Patricia Loran) macht sich neben der Polizei an die Aufklärung der mysteriösen Mordserie, gerät dann aber schnell selbst in das Fadenkreuz des Killers.
Geliefert bekommt man alles Giallo-typische, seien es ein Vielzahl an höchst verdächtigen Personen und Wendungen, den ala Blutige Seide-vermummten Killer samt schwarzer Handschuhe und was das wichtigste ist: SPANNUNG! Denn der fehlt es dem Film an keiner Stelle, auch das nötige Tempo ist nie zu langsam, gerade die letzte halbe Stunde macht doch ordentlich Dampf in der Bluse und hat es in sich.
Insgesamt also ein sehr empfehlenswerter Giallo, ganz unabhängig von der gern gesehenen Präsenz des wie immer großartigen PAUL NASCHY.