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Mark Hamill spielt Luke Skywalker, den zufällig ein Hilferuf einer Prinzessin, gespielt von Carrie Fisher, erreicht, die mit einer kleinen Gruppe von Rebellen gegen den Imperator Palpatine, der mit seinem Todesstern ganze Planeten zerstören kann und dessen rechte Hand Darth Vader gekämpft hat. Zusammen mit einem ehemaligen Jedi-Ritter und einem Piloten, gespielt von Harrison Ford, folgt Luke dem Hilferuf.

Ohne Frage handelt es sich bei "Krieg der Sterne" um einen der besten Filme aller Zeiten, er befindet sich genau genommen sogar auf Platz 13 der Liste der besten Hundert Filme aller Zeiten und ist ohne Frage ein Meilenstein für das Sci-fi-Genre und feierte seiner Zeit vollkommen zu Recht astronomisch hohe finanzielle Erfolge. Doch während Zeitzeugen, die den Film damals gut fanden noch heute an Lucas Meisterwerk Gefallen finden, hat er seinen Reiz für jüngere Generationen teilweise eingebüßt, bietet aber dennoch gute Unterhaltung und gehört auf jeden Fall zum cineastischen Pflichtprogramm.

Im Grunde ist "Krieg der Sterne" sogar der schlechteste Film der ursprünglichen Trilogie, da aufgrund einiger Naivitäten kein wirklich hoher Spannungsbogen erreicht wird, er ist einfach zu märchenhaft und läuft unglaubwürdig glatt und problemlos ab, auch wenn er bei weitem nicht so naiv ist, wie das spätere Prequel "Die dunkle Bedrohung". Es ist einfach unrealistisch und stört beim Zusehen, wenn die Protagonisten noch nicht einmal eine Schramme abbekommen, obwohl geschätzte 50 Gegner im Schnitt 10- bis 20-mal auf sie geschossen haben. Der gesamte Handlungsverlauf ist ebenfalls sehr märchenhaft und kindgerecht gehalten. Nach einer, in meinen Augen etwas langatmigen Exposition, kristallisiert sich schnell heraus, dass es sich bei Luke um den Helden handeln muss und ab diesem Zeitpunkt steuert der Film gradlinig auf die Erfüllung eben dieser Feststellung zu, ähnliches gilt auch für die Nebenfiguren, wie Han Solo oder Prinzessin Leia, die ebenfalls einige Genre-Klischees abdecken. Damit ist der Film zumindest in groben Zügen vorhersehbar, da Lucas von Anfang bis Ende typische und altbekannte Erzählmuster verwendet, auch wenn sie seinerzeit noch nicht ganz so verbraucht wie heute gewesen sein mögen. Auch wenn die Story damit ziemlich naiv, beinahe utopisch ist und zu glatt verläuft sind dennoch hervorragende Einfälle, wie z.B. die Jedi-Religion, oder die Macht und deren gute und dunkle Seite, dabei, bei denen man aber erst im Nachhinein, in den weiteren Werken erkennt, was Lucas schließlich aus diesen Ideen gemacht hat, besonders im fulminanten dritten Teil der zweiten Trilogie "Die Rache der Sith".

Der zweite Kritikpunkt am Film sind die Darsteller, die nicht alle vollkommen überzeugen können. So lässt sich der eigentliche Star der Reihe, Mark Hamill, der nicht umsonst außer seiner Hauptrolle in Lucas` Trilogie im Prinzip keine weiteren bekannte Rollen bekam, mit seiner eher blassen Leistung, seinen komplett aufgesetzt wirkenden Gefühlsregungen, die sich auf dem Niveau einer deutschen Telenovela bewegen, von dem durchaus ordentlich spielenden Harrison Ford die Show stehlen, für den "Krieg der Sterne" nach "American Graffiti" und "Der Dialog" einen bedeutenden Karriereschub darstellte, bevor er schließlich mit "Jäger des verlorenen Schatzes" endgültig den Aufstieg zum Weltstar schaffte. Ford spielt schon hier die Rolle des kantigen aber sympathischen Helden sehr gut und ist damit sogar liebenswerter als der, viel zu glatt wirkende Mark Hamill. Mit Oscar-Preisträger Alec Guinness konnte man zumindest einen nahezu perfekten Charakterdarsteller für den Film gewinnen, der wirklich brillieren kann und sich eine weitere Oscar-Nominierung redlich verdient hat, während auch Carrie Fisher als Prinzessin Leia, die zwar etwas besser als Hamill spielt, eher auf Telenovela-Niveau bleibt und kaum echte Gefühle vermittelt.

Auch wenn Teile des vollendeten "Star Wars"-Scores noch fehlen, ist die Musik von John Williams, der für "Krieg der Sterne" vollkommen zu Recht seinen dritten Oscar in Empfang nehmen konnte, einfach perfekt und heute immer noch so gut wie damals. Auch die Maske kann sich bereits sehen lassen, genauso wie das futuristische Design, das heute immer noch sehr ansehnlich ist und auch die Kulissen diverser Planeten und Raumstationen sind sehr sehenswert. Während es also an Musik und Optik fast nichts auszusetzen gibt, sind die Effekte dann doch ein bisschen überholt. Mag sein, dass sie mittlerweile überarbeitet wurden und damals ihrer Zeit voraus waren und sehenswert sind sie sicherlich immer noch, aber wenn man sie dann einmal mit den neuen Episoden vergleicht, sieht man dann doch einen deutlichen Qualitätsunterschied, vor allem bei dem Laserschwertkampf zwischen Kenobi und Darth Vader, der fast schon amüsant wirkt, wenn man ihn sich heute mal so ansieht.

Aber auch neben der hervorragenden Optik und den visionären Effekten kann sich die Arbeit von George Lucas, der mit dem "Star Wars"-Franchise seine bekanntesten und wichtigsten Werke abgeliefert hatte, durchaus sehen lassen. Die Effekte dosiert er hervorragend und auch den Score platziert er immer passend. Erzählerisch gibt es nichts zu bemängeln, auch wenn Lucas hier ausschließlich im konventionellen Rahmen bleibt. Da er das Erzähltempo aber zunehmend beschleunigt gelingt ihm dennoch ein grundsolider Spannungsbogen, der gut auf das Finale hinarbeitet. Stellenweise baut Lucas dabei eine gespannte Atmosphäre auf, da die Protagonisten im Prinzip am laufenden Band auf der Flucht sind und es mit einer Überzahl von Gegnern zu tun haben, darüber hinaus wirkt auch die düstere und dreckige Kulisse des Todessterns durchaus furchteinflössend, umso bedauerlicher sind die Naivitäten, ohne die der Film noch viel spannender werden können.

Fazit:
"Krieg der Sterne" ist ein rundum unterhaltsamer Sci-fi-Film, gehört auf jeden Fall zum cineastischen Pflichtprogramm und kann gleichermaßen durch seine starke Optik, als auch durch den Score von John Williams überzeugen. Da er stellenweise zu märchenhaft und naiv verläuft, der Cast nur teilweise überzeugen kann und die damals visionären Effekte einen Teil ihres Reizes haben einbüssen müssen, ist er dennoch der schwächste Teil der alten Trilogie.

71%

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