Review

Einem geschenkten Gaul, guckt man nicht in's Zombie-Maul?

Das Zufallsrad der Filmmischungen hat mal wieder zugeschlagen, in diesem (meiner Meinung nach überschätzten) Geheimtipp, den es mittlerweile sogar gratis auf YouTube gibt. Man nehme einen guten Schuss "Cube", etwas "Cabin Fever" & einen Schuss klassischem Zombie-Schlürf - und fertig ist "Open Grave". Kann man so machen, muss man aber nicht. Kann man gucken, man vermisst ihn aber auch nicht, wenn man ihn weiterhin übersieht. Denn wäre er wirklich gut, hätte er definitiv schon längst noch größere Wellen geschlagen. Doch seine mittelprächtige Umsetzung & leider nur guten Ansätze, verhindern das Übersteigen von solidem Horrorschnitt - für Fans des Genres also sicher nett, zu hoch loben & gar hohe Erwartungen, helfen dem geheimnisvollen Horrorthriller jedoch nicht. 

Umso tiefer die Erwartungen, umso höher vielleicht die positive Überraschung. Umso weniger man weiß, umso größer ganz sicher das Rätsel. Daher nur drei Worte von mir: Gruppe - Amnesie - Wald - Infizierte. Ok das waren vier - aber mit clevern Sätzen, Logik oder zusammenhängender Handlung, nimmt es der Film eh nicht immer so ernst, sodass ich mein Review ja wohl an sein Niveau anpassen darf. Der Film ist äußerst blutarm, setzt auf seinen schicken Look & gute Atmosphäre. Das gelingt, trotz mehr als ausgelutschtem Setting (Wald/Hütte/Ende der Welt) & sichtbar geringem Budget.  Etwas Härte & mehr Spannungshighlights hätten ihm jedoch sicher gut zu Gesicht gestanden. So bleibt das Geheimnis bzw. die sich immer weiter ausrollende Backstory der Protagonisten der Star des Films, was etwas wenig ist. 

Denn weder kann man zu einem der vielen, mal mehr (Sharlto Copley), mal weniger gut (Thomas Kretschmann) dargestellten Charakteren Mitgefühl oder gar eine Beziehung aufbauen, deren ganzes Schicksal & das Interesse an der Auflösung hinter dem Gruppen-Gedächtnisverlust & dem Wald voller Zombies, blieb insgesamt bei mir ärgerlich gering. Dazu dann noch ein paar dämliche Dialoge & Aktionen, ein gegen Ende überengagiert erklärendes Drehbuch & viel Rummel um sehr wenig - das Ende gefällt mir zwar, jedoch bleibt ein madiger Beigeschmack, ob sich dafür die 90 Minuten Warten gelohnt haben. Vom nicht existenten Wiederguckwert ganz zu schweigen. An seine Vorbilder ala "Wer bin ich? Wo bin ich? Was ist hier los?", kommt er nichtmal in seinen kühnsten Träumen heran. 

Fazit: ein Zombie-Mysterium, dass leider halb so sehr fesselt & halb so innovativ ist, wie es meint zu sein - kann man mal gratis gucken, muss man aber nicht! Das Ende bzw. die Auflösung gefällt mir jedoch atmosphärisch & Rätselfreunde haben einen gelungenen Zeitvertreib, der sicher schnell vergessen ist.

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