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Mit dem Trio Steve Carell, Jim Carrey und Edeljoker Steve Buscemi, der eher Nebenrollen spielt, waren die Erwartungen im Vorfeld ziemlich hoch. Zumal auch viele andere Nebencharaktere mit nahmhaften Schauspielern besetzt wurden (u.a. Olivia Wilde, Alan Arkin und James Gandolfini, um mal ein paar zu nennen). Und natürlich wurden die Erwartungen nicht erfüllt - noch viel schlimmer - sie wurden dermaßen unterboten, dass ich immer noch sauer bin, keinen Great Movies-Film vorgezogen habe...


Burt Wonderstone (Steve Carell) und Anton Marvelton (Steve Buscemi) sind seit der Schulzeit beste Freunde. Was die beiden Außenseiter damals gemeinsam hatten, war die Liebe zur Magie.
 Angefangen mit einem Zaubertrick-Koffer von dem populären Rance Holloway (Alan Arkin), haben sie an ihren Tricks gefeilt und ihr Arsenal erweitert, so dass sie heute  mittlerweile täglich ihre Zaubershow in Las Vegas vorführen. Jedoch hat Burt schon lange diese Liebe zur Magie verloren, wodurch sich auch sein Charakter verändert hat. Er wurde arrogant und versnobbt - sein Alltag besteht lediglich nur noch aus der lästigen Arbeit mit den Zaubertricks,  um danach eine Frau aus dem Publikum abzuschleppen und ansonsten Menschen wie den letzten Abschaum zu behandeln.
 Gerade als ihre Show anfängt zu kriseln, zieht der Straßenmagier Steve Gray (Jim Carrey) Menschenmengen mit seinen absurden, aber immer komplett durchgeknallten Tricks an. Nachdem Burt in einer hitzigen Diskussion seinem besten Freund Anton noch die Freundschaft kündigt, wird es für Burt sehr schwer, wieder an alte Erfolge anzuknüpfen.


Wie auch in der Magie trügt auch in diesem Film der Schein. Das Staraufgebot täuscht nicht darüber hinweg, dass eine der ältesten Geschichten wieder aus der Schatztruhe geholt wurde: Kleiner, amer Mann hat Glück - steigt zum Superstar auf - wird zum absoluten Großkotz und findet am Ende wieder in die Spur.
Nicht falsch verstehen: Ich habe ganz und gar nichts dagegen, wenn sich Plots ständig wiederholen, aber hier gingen für meinen Geschmack die Zutaten nicht auf. Dies liegt vorallem an dem Charakter Burt Wonderstone selbst.
Steve Carell spielt diesen Charakter gut, aber leider wurde dieser Charakter dermaßen over-the-top angefertigt, dass man ihn einfach nur hassen kann. In ihm steckt kein Funke Ehrlichkeit, Liebe oder Moral drin, dass ich ihn auch bei der Kehrtwende und über den Abspann hinaus gehasst habe.
"Der unglaubliche Burt Wonderstone" hätte  vielleicht funktionieren können, wenn man Steve Buscemi oder dem fiesen aber irgendwie sympathischen Antihelden Jim Carrey (krasser Body und sehr überdrehter Look, wahnsinn!) mehr Screentime gegeben hätte und etwas an der eigentlichen Geschichte gefeilt hätte (die kommt nämlich dermaßen hölzern und undurchdacht rüber), aber auch dann hätte diese diabolische Komödie nicht besser als Mittelmaß abgeschnitten.

Von den anderen Schauspielern kommt nur Alan Arkin zu Hilfe um den Film zu retten. James Gandolfinis letzte Rolle (James verstarb ein paar Monate nach den Dreharbeiten) wird seinem Leben nicht gerecht und Olivia Wilde hat sich mit der Rollenzusage keinen Gefallen getan, da sie wie Falschgeld neben den anderen Schauspielern wirkt. Michael Bully Herbigs Hollywood-Debüt kann man als "nicht gelungen" abhaken.

Die Story mit ihren vielen Nebensträngen zieht sich dank der unsympathischen Hauptrolle wie Kaugummi, und die Gagdichte ist auch nicht sonderlich hoch, sondern manchmal dermaßen überdreht und/oder albern, dass ich mich eher durch den ganzen Film gelangweilt habe. Natürlich gibt es hier und da mal kleine Highlights zu begutachten, aber das täuscht nicht darüber hinweg, dass ich diese Grundkonstellation der Story in einem anderem Film schon einmal schlechter gesehen hätte, zumal hier 30 Mio Dollar Budget hinausgeworfen wurden, um dieses Projekt zu fertigen.

Natürlich kann ich nicht schreiben, dass das alles Fakt ist, aber für mich bleibt "Der unglaubliche Burt Wonderstone" als unglaublich langweilige Enttäuschung mit einem teuflisch spielenden Jim Carrey in Erinnerung.

3/10

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