Immerhin schön zu sehen, dass in der schnelllebigen Welt seit gut drei Jahrzehnten auf wenigstens einen Mann verlass ist, schreibt, dreht und produziert Wong Jing seit den frühen Achtzigern nach im Grunde einem einzigen Rezept und so mit gleichbleibender Tinktur. Bei Princess and Seven Kung Fu Masters, dem gerade aktuellsten Werk kann das Rad der Zeit auf Referenzen ebenso lange in die Geschichte zurückgedreht werden als auch gar nicht so weit in die Ferne, zu den ebensolchen und ebenso auch dankend angenommenen Treasure Hunt (2011) und On His Majesty's Secret Service (2009) als die jüngsten Exemplare der Martial Arts Klamotte. Zurückgeschaut ein Genre der Beständigkeit, in denen der Filmemacher seine Wurzeln ebenso wie einst mit die größeren Erfolge, anfangs auch noch beim Publikum, jetzt zumindest noch bei den üblicherweise raunzenden Kritikern hat. Diese Phase des anhaltenden Kommerz ist gleichsam wie die Produktivität vorbei, die Fast-Insolvenz nur mühsam überstanden, was dem dutzendfachen Aufguss als nunmehr seltenes Einzelstück des laufenden Jahres eher noch zugute kommt als anzulasten ist:
Irgendwann im frühen letzten Jahrhundert, China. Die Lucky Star Town dient als Rückzugsort ehemaliger Kung Fu Experten, derer Sieben an der Zahl, die nunmehr ein beschauliches und friedliches Leben im Alltag und mit keinen Problemen außer sich selber verbringen. Der Taoist Priester Chanting Bing [ Yuen Wah ] führt den Ältestenrat an, leidet aber ebenso an unerfüllter Liebe wie der jüngste Mann im Bunde, Little Tailor [Wong Cho-lam ]. Währenddessen muss Little Trumpet mit der Angebetenen Mademoiselle Hong [ Xie Na ] und ihrer Schwester Madonna [ Sandra Ng ] gleich zwei Frauen erwehren, und stehen die Übrigen Manysons [ Eric Tsang ] und Miss Manuelle [ Natalie Meng ] dem Treiben als Zuschauer und Kommentatoren außen vor. Die Lage verschärft sich gefährlich, als die Revolutionärin Janice Fang [ Rose Chan ] schwer verwundet in das Dorf gelangt, beschützt vm Kuomingtang-General Lin [ Sammo Hung ] und dessen Tochter Cheryl [ Kimmy Tong ] und angegriffen weiterhin von den Japanischen Imperalisten unter Kiyoko Kurosawa [ Jo Koo ], Tiger Hong [ Xing Yu ] und Phoenix Hong [ Jiang Lu-xia ].
Die Handlung und vor allem auch die Behandlung hat man schon von den ersten Veröffentlichungen der Synopsis und der Standphotos zu Marketingszwecken her gesehen, die Kostümierung nicht nur der Darsteller, sondern des gesamten Werkes laut und bunt, schallend und schillernd im Akzent und wird die generische, aber liebgewonnene Folkolore abgeliefert. Ein karnevaleskes Fantasydorf, das kein richtiges Leben und auch keine period piece Ära, sondern die Verkleidung dessen und die jeckenhafte Absurdität im Sein darstellt. Alles auffällig und krachend mehrfarbig und deutlich dröhnend in der kompletten Sättigung aus Grimasse, Verzehr, Verzerrung, Verzierung und vermeintlicher Popularität; ein Theaterstadtl, dass seine besten Tage längst hinter sich hat und wie mangels Alternativen oder Einsicht doch noch den Spielplan eisern durchzieht und zur alltäglichen, wenn auch schlecht besuchten Vorstellung anlockt.
Das, was in dieser Manegerie und Matinee noch am Ehesten lieb und teuer war, sind wahrscheinlich die zwei, drei Aufbauten der architektonischen Szenerie gewesen, die Gauklerstände, plus einer Handvoll gesetzter Darsteller, die bis auf wenige Ausnahmen nur mit sich selber im geschlossenen Kreise und so beengt in ihrer eigenen kleinen Welt spielen. Bei der Wahl der Besetzung hat man immerhin in die Vollen gegriffen und sich um sämtliche wenige Übriggebliebenen der Comedyabteilung plus ein paar nebensächliche on-screen-fighter für ebenso nebensächliche, aber wenigstens hard-hitting gestaltete Kampfeinlagen bemüht, in denen die Leute in die Mauern und gerne auch mal comigal verfremdet mitten hindurch geprügelt werden. Ein großes Déjà-vu von Humor macht sich beizeiten breit, wird sich nicht nur an den gleichen Witzen immer und immer wieder abgerungen, sondern dies auch im Schnellschnell und möglichst mit gleicher bekannter Betonung, Staffage und Mienenspiel akzeptiert. Alles schon mal gesehen und bis dahin durch seine Unbeeindrucktheit und Nachlässigkeit des schnellen und sorglosen Filmemachers schon wieder vergessen.
Bleiben tun das durchaus kurzweilige Vergnügen der nun wirklich seichten Kintppmentalität, die – man denn es so lesen und betrachten will – Referenzen an die Hochphase dergleichen Produktionen um die Neunziger des letzten Jahrhunderts herum und die noch weiter zurückreichenden Simplizitäten. Die Geschichte dreht sich weiter und doch im selben Umlauf herum, werden die Sketche um Irrung und Verwirrung, mal der Geschlechter, mal der Gefühle zueinander oder eben dem Unterschied von Wahren und Falschen und so vielen möglichen Fährten direkt gerne in die Schlafzimmer der Leute gelegt. Auch überhaupt ist durchaus viel los und wird viel in die Waagschale, vor allem die der Optionen für kunterbuntes, wildes Allerlei und Mehr gelegt, japanische Invasoren, Geheimdiensttruppen, Ninjas, Warlords, das Auftreten der '18 Silver Evils' als unbesiegbares Tötungskommando als zugängliche Faktoren der Unterhaltungszunft aufgefahren und im raschen Gestus vor der Kamera bewegt.