Gallige Stimmung, raue Sprüche und hässliche Gewohnheiten, die die Armut einer Familie in den Slums als Totalkatastrophe ausgeben, lassen tief in den Alltag dieser streng patriarchalisch geführten Ordnung hineinschauen. Damit lässt sich der Film trotz seiner manchmal dokumentarischen Ausleuchtung und seiner Ablehnung, eine Identifikationsfigur bereitzustellen, problemlos auch über die atmosphärischen Zeichen einfangen. Allein das Bild der Menschen dieser Vier-Generationen-Familie, als sie zusammengepresst auf engstem Raum in ihren Betten liegen, spricht eine deutliche Sprache. Aber auch sonst verzichtet Scola in seiner eher satirischen Darstellung des Lumpenprekariats auf Mehrdeutigkeiten und macht damit klar, dass die Beteiligten nicht mehr viel tiefer fallen können. Allerdings ist es wichtig, sich klar zu machen, dass der Film wenig Erbauliches zeigt und sich nicht so einfach in die klassische Neorealismus-Schublade packen. Es ist ihm auch keinesfalls daran gelegen, mögliche Rettungsanker zu platzieren oder die Illusion über eine Hoffnung am Ende des Tunnels zu vermitteln. Verstörend ist BRUTTI, SPORCHI E CATTIVI gerade deshalb, weil er nicht nur Defizite im Leben der Familie aufzeigt, sondern die Mitglieder voll und ganz über die Defizite definiert. Enthemmte Barbarei und Indifferenz gegenüber intellektuellem wie auch emotionalem Fortschritt kreieren dahin gehend eine Einbahnstraße, die man nicht verlassen kann.