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Flugsimulatoren können offenbar Leben retten, denn Regisseur Fred Olen Ray ist beileibe nicht der erste, der sich diese Idee zunutze macht, um einen potentiellen Helden innerhalb eines Katastrophenfluges zu etablieren. Der Rest seiner Dutzendware bietet allerdings wenig Markantes.

Nach einer enormen Sonneneruption ist ein Großteil Nordamerikas vom Stromnetz getrennt, Elektronik gestört und Funknetze außer Kraft gesetzt. Kurz nachdem die Maschine des Fluges 108 gestartet ist, fallen beide Piloten aus und Kate (Tia Carrere), die ein Buch über ihren verstorbenen Mann, seines Zeichens Pilot verfasste, muss sich etwas einfallen lassen, um den Jumbo heil herunterzubringen…

Ray, der sich in den vergangenen Jahren eher einen zweifelhaften Ruf als Trashfilmer in Sachen Bikinigirls und Mutationen aufbaute, knüpft direkt an die klassischen Katastrophenfilme der Siebziger an, allerdings ohne sonderlichen Vorlauf.
Rasch sind neben dem Heldenpaar einige skurrile Figuren wie ein Araber, ein Rassist und eine Hundebesitzerin eingeführt, während zwei Männer im Tower kaum noch Kontrolle über die Situation haben. Indes versucht Dee Wallace als Oma ihre 15jährige Enkelin Sam zu beruhigen, welche mit Spannung auf die Landung der Maschine warten.

Die Ausstattung ist spärlich, die Effekte sind es auch, allerdings ist das Erzähltempo passabel und die Figuren sind ordentlich besetzt. Zwischenzeitlich werden zwischenmenschliche Verschnaufpausen zwar ein wenig überstrapaziert, da im Falle der Terrorismusthematik gleich die große Moralkeule geschwungen wird, doch anderweitig halten die Protagonisten die Sache einigermaßen am Laufen, da im Flugzeug selbst so wenig passiert, dass zwischenzeitlich sogar ein Hund auf die Passagiere losgelassen wird.

So erfährt man nur Bruchteile über die Sonneneruption, ein Erstsemester in Medizin kann immerhin vage helfen, ein Abrissunternehmer trägt merkwürdige Werbefotos bei sich, während jemand einen Feuerlöscher so wahllos einsetzt, als hätte es zu dieser Szene kein Drehbuch gegeben.

Trashig wird es vor allem in Bereichen der Flugtechnik. So wird zwischenzeitlich ein Satellit der NASA angezapft um Handys anzufunken, Autopiloten reagieren störrisch, Autodiebe auch und während irgendwann die Notlandung ansteht, verhalten sich die Passagiere im Kollektiv doch erstaunlich gelassen.
Spannung kommt bei alledem nicht allzu häufig auf, doch die zuweilen recht naive Herangehensweise gestaltet die Chose beinahe schon wieder unterhaltsam.

Eingefleischte Fans großzügig produzierter Genrestreifen werden hier natürlich nur mäßig bedient, denn es gibt in diesem Bereich weitaus spannendere Werke. Doch dem geringen Anspruch genügen eine funktionierende Figurenkonstellation, ein paar optisch passabel gestaltete Turbulenzen und Darsteller im okayen Bereich.
Storytechnisch dünn, aber dennoch einigermaßen kurzweilig umgesetzt.
5 von 10

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