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Wow was - im wahrsten Sinne des Wortes - ein Trip, den Terry Gilliam, der Meister des etwas anderen Humors (Monty Phyton, Brazil) mit Fear and Loathing in Las Vegas abgeliefert hat. Ich kenne kaum einen Film den die Zuschauermaßen dermaßen spaltet. Durchschnittlich findet diesen Film wirklich keiner. Entweder man schaltet mit einem großen imaginären Fragezeichen auf der Stirn entsetzt nach wenigen Minuten den Film aus oder zählt ihn zu den beeindruckensten, komischsten, abgedrehtesten... aaaah gebt mir mehr Superlativen... achja: zu den besten Filmen überhaupt.

Für den Zuschauer der sich zur letzteren Gruppierung zählt, dem offenbart sich Hunter S. Thompsons Trip in die Stadt, die niemals schläft gleich auf zwei unterschiedliche Arten. Zum einen bekommt man eine richtig abgedrehte aber gleichermaßen informative Biographie seiner Person. Thompson zählt man heute zu einer der wichtigsten und einflussreichsten Journalisten. Er entwickelte seinen eigenen Schreibstil, den Gonzojournalismus der bei seiner Wortwahl und Schreibweise keinen Halt macht. Doch Thomson ist in dieser Geschichte mehr als nur ein abgedrehter Journalist. Er steht für eine Generation die keine Grenzen kannte, langsam aber sicher das Feld räumen muss und sich der nachfolge Generation unterwerfen muss und sich an Freiheit eingeengt fühlt. Er ist das Sinnbild für das Sterben von Flowerpower und Woodstock und beim verdeutlichen dieses Wandels stehen immer Drogen im Mittelpunkt.

Womit wir beim zweiten Vorzug und dem vielleicht offensichtlicherem Währen - den aberwitzigen Drogentrips die sich Thomson und Dr. Gonzo (sein Anwalt) unterziehen. Während des Vegas Aufenthalts probieren die beiden wirklich jede Droge aus. Zeit ist natürlich Geld und deshalb werden diese nicht separat sondern bunt gemischt eingeworfen. Nach jedem mal verursachen die beiden dabei ein riesen Chaos, doch schaffen es immer wieder unbeschadet sich aus der Misere zu ziehen. Zum untertauchen ist Las Vegas perfekt, man muss nur die Straße überqueren und sich im nächsten Hotel einchecken, schon hat man eine neue Identität.

Der Film währe nur die Hälfte Wert, währen da nicht die unglaublich Genialen Schauspielerischen Leistungen der beiden Hauptdarsteller Johnny Depp (Thompson) und Benicio Del Toro (Dr. Gonzo) die so überzeugend spielen, dass man sich fragt was die beiden eigentlich so in ihrer Freizeit treiben ;). Zwischendurch taucht von Zeit zu Zeit Tobey Maguire als Runningag auf und gibt sich als absolut verpeilten Tramper, den man sich überhaupt nicht als Spiderman vorstellen kann.

Fear and Loathing in Las Vegas ist mehr, als nur ein abgedrehter Drogenroadmovie. Klar sind die Drogenexzesse das witzigste was das Medium hergibt. Doch der Film rechnet nebenbei Gnadenlos mit dem Amerikanischen Traum ab und spiegelt die Gedanken einer ganzen Generation wieder. Erkenntnisse die einem zum damaligen Zeitpunkt vielleicht nur bewusst werden konnten, wenn man sein Bewusstsein zur einer höheren Ebene führt.

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