Einige Filme benötigen manchmal eine zweite oder gar dritte Sichtung um in der Gunst des Zuschauers zu steigen ( wenn aber selbst nach dem dritten anschauen keine Veränderung eingetreten ist, sollte man es dabei wirklich belassen ) und so ist es mir z.B. jetzt mit Fear and Loathing in Las Vegas ergangen.
Ich kann mich noch an mein erstes Erlebnis mit Gilliams bizarren Film erinnern, welches mindestens ungefähr zehn Jahre zurückliegen muss und mir erschloss sich zu diesem Zeitpunkt absolut nicht, weshalb Fear and Loathing in Las Vegas in den Jahren nach seinem Release zu einem Kultfilm aufgestiegen ist und oftmals selbst Kritiker die beim Kinostart 1998 noch verhalten oder abfällig geurteilt hatten, inzwischen teilweise voll des Lobes für den Film waren. Terry Gilliam war mir zu der Zeit auch schon ein Begriff und ich wusste, dass seine Filme nicht gerade konventionelle Vertreter des Kinos waren, aber das hier... Eine wirre Geschichte in deren Mittelpunkt zwei dauerhaft zugedröhnte Charaktere stehen die von einem Schlamassel in den nächsten geraten, weder besonders witzige Dialoge von sich geben und zu allem Überfluss in einem Film auftreten der keinerlei durchgängige Story aufwies. Was sollte das? Der Film hatte von mir damals wohl knapp 06/10 Punkte bekommen, aber irgend eine gewisse Faszination war trotzdem an diesem Film das mich dazu veranlasste den Entschluss zu fassen, ihm irgendwann nochmals eine zweite Chance einzuräumen. Jetzt also war es dann soweit.
Und ich muss sagen, es hat sich gelohnt. Was mir als erstes auffiel war das grandiose Schauspiel von Depp und del Toro, die sich wirklich gegenseitig zu Höchstleistungen treiben. Und es war wohl auch sehr von Vorteil das ich diesmal von Beginn an keine Handlung erwartete und mich einfach den Ereignissen hingab, so abgedreht und unlogisch sie auch gewesen sind. Eine Herangehensweise die Wirkung zeigte und auf diesem Weg konnte ich auch viel mehr mein Augenmerk auf die im Film vorkommenden Dialoge und die Halluzinationen von Depps Charakter lenken, ohne mich immerzu während des Films zu fragen wann denn eigentlich nun mal so etwas wie ein roter Faden aufgenommen wird.
Die von Depp gesehenen Trugbilder sind teils herrlich absurd und die Dialoge so dermaßen trocken vorgetragen, dass ich an vielen Stellen laut lachen musste. Genau mein Humor. Gut, dass einzige was man dem Film eventuell vorwerfen könnte ist die Tatsache das er wohl betreffend des Drogenkonsums leider für einige glorifizierend wirken kann. Mir hat er jedenfalls nun viel besser gefallen als noch vor einigen Jahren und Fear and Loathing in Las Vegas ist ein wirklich lustiger und ungewöhnlicher Film, den man aber wohl mit der angemessenen Herangehensweise erst richtig wertschätzen kann ( so erging es mir zumindest ).
Egal ob man dem Film etwas abgewinnen kann oder ihn als letzten Schund betrachtet ( ich kann beide Ansichten nachvollziehen ) : Wer ihn einmal gesehen hat vergisst ihn nie wieder. Eine Ansammlung an einmaligen Kuriositäten. Die Blu-ray wird sicherlich zu einem späteren Zeitpunkt den Weg in meine Sammlung finden ( dann aber auch nur die Steelbook Version im genial anzuschauenden psychodelischen Look ).
8,5/10