Review

Ich bin ja immer noch der Meinung, dass Mike Mendez nur wenig bis nichts kann, aber mit „Grave Dancers“ hat er mir ausnahmsweise mal keine Schmerzen bereitet, insofern sah ich „Big Ass Spider“ halbwegs hoffnungsvoll entgegen. Der Trailer sah gut aus, die FX dezent und mit Monsterfilmen konnte Mendez doch bestimmt mehr leisten, als die Jungs von „The Asylum“ das jede Woche tun.

Das Positive vorneweg: ja, konnte er.
„Big Ass Spider“ kann man sich weitestgehend schmerzbefreit ansehen, er schaut, gerade wegen der soliden Computer-FX ziemlich gut aus und liefert genau das, was Monsterfans so gerne sehen: relativ viele Effekte und ziemlich viel Bruch und Schaden. Hier und da gibt es auch etwas Matsch und Gore und ansonsten ist der Ton des Films eher leicht bis parodistisch.
Man hält sich nicht lange auf: Spinne entkommt aus Leichensack, Spinne marodiert im Krankenhaus, Spinne überspringt ein paar Kleidergrößen und ist groß wie ein Auto…pardon…jetzt schon LKW…pardon…jetzt schon King Kong.
Wieso? Weshalb?
Naja, das macht irgendwann ein offenbar gut gelauntes Duo bekannter Gesichter: Ray „Twin Peaks“ Wise und Patrick „Pretender“ Bauchau geben den verfolgenden Militär und den Kolbenpfeife rauchenden Wissenschaftler, die irgendwann einen unwichtigen Käse von Tomaten, Marsstrahlung und Leichenverlieren absondern, was aber nicht so wichtig ist, wenn gleich darauf die Riesenspinne wieder im Park amok läuft.

Nicht ganz so gut in der Hauptrolle: „Alias“ und „Heroes“-Spezi Greg Grunberg als Schädlingsbekämpfer, der dann mit einem sehr undeutlich vor sich hin mümmelnden Mexikaner durch die Stadt eiert und unheimlich auf lustig und ungeschickt macht, während er an seiner Liebeserklärung für eine blonde Tussi vom Militär feilt.

Mehr braucht man über den Film eigentlich gar nicht zu wissen, der genau das runterspult, was man in Dutzenden von Katastrophenfilmen schon gesehen hat.
Es wäre jetzt noch schöner, wenn abseits der FX der Rest des Films dann auch noch lustig wäre, aber da sehnt man sich dann doch öfters nach schnellem Vorlauf, weil weite Strecken dann doch wirken, als wären sie Streckungen. Was sie auch sind.

Am Ende sitzt das Riesenvieh immerhin auf einer Wolkenkratzerspitze (warum auch immer) und drinnen kraucht die Brut. Die hat man nach dem Showdown dann übrigens ganz schnell vergessen, was irgendwie auch nicht ganz so logisch klingt, was aber verständlich ist, wenn nun mal das Budget alle war.
Immerhin sind alle relativ motiviert und nicht so hölzern, wie es die meisten Hai-Filmchen inzwischen darstellen. Erträglich, zeitweise okay und ein- bis zweimal so richtig an der Iiiih-widerlich-Schwelle, wenn man die Viecher nicht ausstehen kann. Das funktioniert aber nur bis zur Hundegröße, danach leider nicht mehr. (4/10)

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