Ein weiterer Beitrag zum in den 90er Jahren arg strapazierten Genre der Hochzeitskomödie, allerdings mit dem kleinen Extra, daß es auch gleich noch ein nostalgischer Ausflug in die 80er sein soll.
Leider verkommt der Film bei einer umfassenden Betrachtung nur zu einer Neuaufmöbelung des alten Themas im Eighties-Style. Alles wie gehabt: Junge trifft Mädchen, kommt mit seinem Job nicht weiter, Mädchen hat anderen Kerl, sie verlieben sich, Komplikationen, Bruch, dann doch Happy-End. Auf diese bekannte Kombination von Story-Elementen muß man nicht böse sein, doch hier wird sie bar jeder Überraschung geboten, nur aufgewertet durch eine funktionierende Schar nett skuriler Nebengestalten in halben New Wave- und Miami Vice-Parodien, die für jede Menge Side-Gags sorgen. Dumm nur, daß dieses Prinzip die Engländer besser beherrschen.
Über Erfolg und Mißerfolg solcher Standard-Plots entscheidet desweiteren immer die Hauptdarsteller, die dann für die nötige Sympathie sorgen müssen, damit ein Gegengewicht zur inhaltlichen Flachheit geboten wird.
Ein überraschend handzahmer Adam Sandler, die hier auf seine grenzdebilen Einlagen dankbarerweise verzichtet und stattdessen einige schräge Gesangsparts bietet, ist zwar recht knuddelig, doch seine ungeheure Ziellosigkeit kann auch wohlwollende Zuschauer nerven. Offensichtlich mehr an der Drehbuchkette als sonst, ist er hier zwar wieder fehlbesetzt, wird aber immerhin nicht zum Ärgernis.
Drew Barrymore dagegen spielt in wahrer Idealbesetzung einen Standardpart herunter, für den Meg Ryan inzwischen zu alt ist. Klinisch süß kommt sie den Klischeevorstellung für eine schöne Romantikkomödie erfrischend nahe.
Was leider stark aufgesetzt und übertrieben wirkt, sind die 80er-Reminiszenzen, die hier auch zu selten ironisch gebrochen werden, um wirklich ein Aha-Erlebnis zu provozieren. Das führt zu einigen albernen Einschüben, den aber der brauchbare Supportcast routiniert umsetzt. Wenig gelungen am Ende der Auftritt von Billy Idol höchst persönlich, eine nette Idee, aber schlecht konstruiert, wie die ganze Schlußszene im Flugzeug wenig stimmig, aber immerhin etwas spektakulärer als der Rest ist.
Was man sonst noch bekommt, ist ein Bombensoundtrack, der all den End-Twens und Thirtysomethings Tränen in die Augen getrieben hat, weil er sie an die Zeit erinnert, als sie noch keine Kinder und die Probleme mit dem Eigenheim hatten. An dessen Klasse gibt's nichts zu mäkeln, schließlich sorgt der auch für das beschwingte Gefühl.
Am Ende bleibt zwar kein fader Nachgeschmack, aber man hat auch nicht das Gefühl, viel aus diesem Film mitnehmen zu können. Sympathisch, ja! Erinnerungswert, eher nicht! Da ist "The Wedding Singer" doch nur einer unter vielen.
Genuß ohne Leid, aber auch ohne Sättigung. (6/10)