Sekten waren schon immer ein Thema im Land der verschiedensten Religionen und Glaubensrichtungen, denn Fanatiker scheint es in nahezu jedem abgelegenen Kaff zu geben und noch mehr treudoofe Anbeter, die sich gerne von vermeintlich weisen Worten leiten lassen. Von der Grundlage her also hitziger Stoff, welcher von Co-Autor und Regisseur Mitchell Altieri leider nur halbgar durchgekocht wurde.
Bardame Charlotte (Emma Greenwell) vermisst ihre jüngere Schwester und heuert kurzerhand ihren flüchtigen Bekannten Wayne (Brendan McCarthy) an, seines Zeichens Ex-Marine und Alkoholiker, um in den Bergen nach ihr zu suchen. In den Sugar Mountains stoßen sie schließlich auf die Glaubensgemeinschaft "One Accord" und ihren charismatischen Anführer Billy (Joe Egender). Nach einer Weile findet Charlotte im Lager ein Foto von ihrer vermissten Schwester...
Die insgesamt vier Drehbuchschreiber schaffen es leider nicht, das vermeintliche Heldenduo einigermaßen sympathisch erscheinen zu lassen. Die neunzehnjährige Charlotte ist zwar gleichermaßen Off-Erzählerin, bereichert das Treiben mit einigen Gedankengängen jedoch kaum und neigt, wahrscheinlich aus Schuldgefühlen, zu autoaggressiven Verhaltensweisen.
Wayne hängt indes an der Flasche, neigt zu impulsiven Gewalttätigkeiten und droht auch Charlotte in einer Situation Schläge an, was ebenfalls nicht sonderlich liebenswürdig erscheint. Dagegen weiß Billy zumindest mit seinen Schäfchen umzugehen, obgleich er wie der Sänger einer Rockabilly-Band aus den Fünfzigern rüberkommt.
Nach kurzer Figureneinführung und minimalen Rückblenden landet das ungleiche Duo schon bald im Camp der dubiosen Sekte, welche zu großen Teilen aus geistig minder bemittelten Individuen besteht. Ausnahmen stechen als Sympathieträger hervor, wie der ehemalige Soldat Cole, welcher sich vage mit Wayne anfreundet und die entstellte Sheila, die recht sensibel mit Charlotte umgeht. Typische Predigten in der Kapelle ziehen sich zuweilen etwas und die Schlangen als Symbol des Teufels persönlich werden deutlich überstrapaziert, doch eine ganze Weile vermag die beklemmende Stimmung zu überzeugen.
Allerdings entwickelt sich aus dem eigentlich brisanten Stoff zu wenig. Der Anführer bleibt zu berechenbar, seine Schergen auch und selbst als Charlotte dem Rätsel langsam auf die Spur kommt, bieten die Entwicklungen eher banale und unspektakuläre Züge, wogegen ein richtiges Mitfiebern ausbleibt.
Die Kulissen fallen indes zweckdienlich aus, die wenigen Naturaufnahmen können überzeugen und auch der Score wird treffend eingesetzt, nur eine Coverversion von "Cry Little Sister" wirkt zumindest auf musikalischer Ebene völlig deplatziert.
Darstellerisch wird grundsolides Niveau geboten und auch bei der Synchro ist keine Schwachstelle auszumachen.
Was laut Ausgangssituation einen nervenaufreibenden Thriller verspricht, entpuppt sich leider als mutloses Drama mit nur wenigen Gewalteinlagen und noch weniger Psychoterror.
Die Erzählung kommt nie so recht auf den Punkt, bindet einige unwesentliche Szenen ein und weiß zum Finale kaum eine dramaturgische Steigerung zu liefern.
Somit plätschert der Stoff ohne nennenswerte Höhepunkte vor sich hin, tut dabei nicht weh, fesselt allerdings auch nicht.
5 von 10