In der Tchechischen Republik und den ehemaligen Ostblock-Staaten ist es ja „in“, billige Pornos zu drehen, weil die Mädchen da extrem gut aussehen und für wenig Geld zu fast allem bereit sind. Aber anscheinend kommt es jetzt in Mode, dort auch noch billige Spielfilme zu drehen, die gutaussehen und (nach Hollywood-Maßstäben) nicht zu teuer sind.
Soviel zur Entstehungsgeschichte von Triple X, der Film, der Vin Diesel endlich zum absoluten Superhelden der jetzigen Pickelgeneration machen soll.
Zu Anfang, als ich nicht viel über den Film wußte, schien er ja interessant zu sein. Auch die Tatsache, das Vin Diesel (was ist das eigentlich für ein Name?), der in Pitch Black gut rüberkam, dann in The fast and the furious wieder einen Durchhänger hatte, mal eine „richtige“ Hauptrolle bekommt, war für mich nichts negatives.
Als ich dann das erste Plakat sah mit dem Spruch „Ein neuer Typ von Geheimagent“, begann ich, Schlimmes zu ahnen. Und der Film war schließlich auch nichts anderes.
Die Actionszenen waren zwar voller Explosionen, aber wenn Diesel vor den Feuerbällen mit dem Motorrad rumhüpft, wie auf einem Känguruh, kann der Actionfan nur noch den Kopf schütteln.
Klar, jetzt kommt der Spruch: „Was hast du denn erwartet?“
Aber trotz alledem, etwas besser hätte ich mir Triple X doch vorgestellt. Und warum zum Geier eigentlich dauernd die Vergleich mit James Bond? Der spielt in einer völlig anderen Liga, auch wenn die letzten Filme tatsächlich mit Triple X vergleichbar sind, zumindest, was den Handlungsverlauf angeht.
Was ist an Vin Diesel eigentlich 20 Mio. Dollar wert? Kann mir das jemand erklären? So supercool er sich auch gibt, das will mir nicht ins Hirn.
Samuel L. Jackson hätte man sich auch sparen können, diese Rolle hätte jeder andere genausogut hinbekommen.
Alles in allem ist wohl Triple X mit seiner leicht verständlichen Story und der coolen Optik genau das richtige für die heutigen ultracoolen Hosenscheißerbuxen-tragenden, Gansta-Rap-Kids, die werden sich einig sein das „xXx“ voll fett is, alder. So sieht ein zielgruppengerechter Film mit entsprechend ausgeklügeltem Marketing aus. Ich warte noch auf die Xander Cage Actionfigur.
Aber es gibt auch was positives: gegen Ende, bei der Jagd auf das Boot (ein Virus namens „Stille Nacht“, wer denkt sich sowas aus??) kam tatsächlich ein bißchen Spannung auf, das einzige Mal im ganzen Film. Leider wird diese Spannung nach ca. 30 Sekunden wieder kaputtgemacht.
Ich habe übrigens noch niemals einen Film gesehen, in dem am Schluß die tragische der-Held-ist-tot-Sequenz dermaßen künstlich wirkte.
So passt auch der (unfreiwillig komische) Spruch „Bringt die Schlampen rauf“ prima zum Gesamteindruck, denn der Film wirkt wie eine „Filmschlampe“ die zwar oberflächlich gut aussieht, aber letztenendes dasteht, wie Verona Feldbusch bei einem Rechtschreibwettbewerb
Und selbstverständlich wird (wie immer) mein Flehen ungehört bleiben: bitte keinen zweiten Teil.
Dann kriegt Diesel wahrscheinlich 30 Millionen.