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Gleich die erste Szene gibt den Ton an: Im Gedränge eines abrockenden Konzertpublikums wird ein Agent von finsteren Gegnern verfolgt und ausgeschaltet, während auf der Bühne Rammstein ihren Kracher-Song "Feuer frei!" performen. Damit ist der Stil gefunden: "xXx - Triple X" ist ein rasanter Action-Reißer voll furioser Stunts, cooler Sprüche und frischer Ideen - und der Film, mit dem Vin Diesel nach "The Fast and the Furious" endgültig zum neuen Action-Star avancierte.

Das Erfolgsgeheimnis dieses inhaltlich nur bedingt originellen Krachers dürfte in der stilistischen Umsetzung liegen. Untermalt von einem coolen Rock-Soundtrack, tobt sich Diesel als muskelbepackter Ober-Macho so richtig aus, schrottet reihenweise Autos, absolviert halsbrecherische Stunts, als wäre das die gewöhnlichste Sache von der Welt, und lässt an seinem Widerwillen gegen die Zwangsrekrutierung zum Geheimagenten keinen Zweifel. Das alles macht den Film zum politisch unkorrekten Gegenentwurf zur James Bond-Reihe, was in einigen direkten Anspielungen zementiert wird: So ist etwa die spektakulär gefilmte Lawinenszene eine Reminiszenz an George Lazenbys einzigen Bond-Auftritt in "Im Geheimdienst ihrer Majestät" und bekommt auch Vin Diesel einen witzigen Side-Kick, der ihn als Technik-Nerd mit allen nur vorstellbaren Waffen ausrüstet.

Neben diesen ironischen Einschüben gefällt "xXx - Triple X" auch mit seinen coolen Macho-Sprüchen, die hier nicht so hemmungslos übertrieben daher kommen wie in vielen ähnlich gelagerten Reißern. Diesel glänzt nicht nur mit seinen Muskeln, sondern vor allem mit Charisma und leinwandfüllender Präsenz - so lässig, selbstbewusst bis an die Grenze zur Arroganz und doch irgendwie sympathisch geben sich die wenigsten Hollywood-Helden. In Nebenrollen gefallen auch Samuel L. Jackson als zynischer Ausbilder und Asia Argento als undurchschaubare Gegnerin, die bald zur Verbündeten wird. Mit echten Charakteren hat dieses Personal nicht viel zu tun, aber für einen Actionfilm sind sie allesamt erfreulich klischeefrei und dynamisch in Szene gesetzt.

Noch dazu für einen Actionfilm von solch gigantischen Ausmaßen. Als Höhepunkt bietet Regisseur Rob Cohen nämlich auch eine Action-Lawine vom allerfeinsten. So gibt es reihenweise waghalsige Stunts, gewaltige Explosionen und heftige Schießereien zu bestaunen, die den Adrenalinpegel konstant in der Höhe halten. Insbesondere die erste halbe Stunde begeistert durch beinahe durchgehende Dauer-Action, ohne dabei inhaltlich auf der Stelle zu treten. Wenn dann Diesels Agenten-Einsatz anläuft, wird es eine Weile etwas ruhiger, was Figuren und Story definitiv zu gute kommt, bevor es zum Finale noch einmal richtig kracht. Was Action, Tempo und Effekte angeht, kann "xXx - Triple X" mit jedem beliebigen Bond-Film mithalten.

All das macht ihn zu einem der besten Vertreter des postmodernen Actionkinos. Ohne technische Mätzchen wie etwa Superzeitlupen zeigt er, was im Genre möglich ist, punktet neben beträchtlichen Schauwerten aber auch mit Witz, Ironie und dem gefälligen Spiel seines Hauptdarstellers. Und nette Gaststars wie eben Rammstein oder Danny Trejo machen den Spaß komplett. Ein Pflichtfilm für Genre-Fans und alle, die es werden wollen.

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