Review

Ich habe mich an der Stelle oft genug kritisch, aber auch oft genug positiv überrascht über den verachteten späten Kram Lucio Fulcis geäußert und mich dabei oft genug eines Besseren belehren lassen, um dann neugierig das nächste Spätwerk heranzuziehen und den selbsterwählten Teufelskreis von Neuem zu beginnen, in freudiger Erwartung einer positiven Überraschung. Die kommt nur leider in "Door to Silence" nicht. Ich wollte diesen Film mögen, aber außer ein paar seltenen, fast schon handverlesenen Momenten konnte ich nichts Interessantes aus diesem Film ziehen. Die Verfilmung einer von Fulci selbst verfassten Kurzgeschichte will ohne das 79 eingeführte Gore - Trademark des Regisseurs auskommen, bietet aber zu den Effektorgien der letzten 12 Jahre keine nennenswerte Spannung als Alternative. Dies aber nur am Rande.

1991 kehrte nicht nur Fulci nach geraumer Zeit nach New Orleans zurück, sondern auch der Markler Melvin Devereux, der dort seinen Vater zur letzten Ruhe bettet. Der gute Mann wurde an einem Tag wie jedem anderen um 7.29 Uhr am Morgen von einem LKW auf dem Leben gerissen und ruht nun in einem hübschen grab auf einem ebensolchen Friedhof. Melvin, der nun die Rückreise zu seiner Göttergattin antritt wird Zeuge unheimlicher Geschehnisse und Teilnehmer befremdlicher Begegnungen, unter anderem mit einem immer wieder kehrenden Bestatter samt Leichenwagen und einer jungen Frau, die Melvin kennt, an der er sich wiederrum aber nicht so recht erinnern kann. In solch illusterer Gesellschaft wird die Heimfahrt recht schnell zu einer psychotischen Odyssee durch Amerikas Nebenstraßen und Kleinstädten, auf denen sich Melvin bereits im Leichenwagen verstaut wähnt und alle Anstrengungen darauf konzentriert, sich selbst das Gegenteil zu beweisen und das Geheimnis um all die mit seinem Namen beschrifteten Särge und Traueranzeigen zu lüften, mit denen die Straße scheinbar gepflastert ist.

Der Film vereint sehr viel verdünnten "Hitcher" - Highwayhorror mit Ansätzen klassischer Schauermäre und das leider nicht sonderlich erfolgreich. Viele Fans mögen den Mangel an Gore beklagen, aber das ist nicht das Hauptproblem des Filmes, der für sein hauchdünnes Skript im wesentlichen zu lang ausgefallen ist. Zudem verlässt die übersinnliche Gefahr stets pünktlich mit dem Leichenwagen das Bild und nie kommt wirklich das Gefühl der jenseitigen, latenten Bedrohung so richtig auf. Einzig eine handvoll Halluzinationen Melvins und die raren Momente auf Friedhöfen oder in Kirchen zeugen von der Präsenz einer Verbindung zwischen Dies - und Jenseits. Zudem verlaufen einige der späteren Negegnungen im Film zu kurz, um von Belang zu sein.

Immerhin besitzt der Film durchaus Atmosphäre und lässt sich auch optsich sehen bzw. auch hören, denn auch, wenn Komponist Franco Piana kein Fabio Frizzi ist, so passt sein Score bestens zum Film. Zudem ist es dann doch sehr erfrischend, mal wieder einen blutarmen Fulci zu sehen, was es davor eher selten gab. Das wesentliche Manko dürfte darin bestehen, dass der Film mindesten eine halbe Stunde zu lang seine Plot überlebt. Daher kann ich den Film auch nur sehr eingeschränkt an Hardcore - Fulcisten weiter empfehlen. 




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