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Wow! Was „Die Herrschaft des Feuers“ an Pyrotechnik und sonstigen Effekten zu bieten hat ist wirklich beeindruckend. „Akte X“-Regisseur Rob Bowman gelang ein actionreiches Endzeitspektakel, wenn es auch etwas an Tiefgang mangelt.

Dementsprechend simpel ist die Story geraten: Im Londoner U-Bahntunnel wird bei Bohrungen ein Nest von Drachen frei gelegt. Was folgt, ist die Apokalypse für die Menschen: fast die gesamte Menschheit wird von den Drachen ausgerottet. Im Jahr 2020 kämpft eine kleine Gruppe unter Führung von Quinn (Christian Bale) ums Überleben, bis der martialische Marine Van Zan (Matthew McConaughey) und seine Söldnertruppe bei ihnen Einzug halten. Mit Drachentöter Van Zan beginnt der Kampf gegen die Feuer speienden Monster…

Wie schon erwähnt: allein schon wegen der grandiosen Pyroeffekte lohnt sich dieses kraftvolle Stück Apokalypsen-Kino. Die CGI-Effekte wirken indes an einigen Stellen etwas zu künstlich, ebenso die Drachen, welche allerdings auch relativ selten zu sehen sind. Die Besetzung kann sich durchaus sehen lassen: Christian Bale gibt den klugen und traumatisierten Anführer, Matthew McConaughey den tatowierten Macho-Muskel-Protzer – allerdings sehen anspruchsvolle Rollen (wie Bale in „The Machinist“) anders aus. Die Optik des Films ist atmosphärisch dicht: Grautöne und Bilder einer zerstörten Welt erzeugen Endzeitstimmung. Das Einzige, was hier wirklich stört sind die zahlreichen Logiklöcher (zum Beispiel: wo zum Geier haben die Marines das ganze Equipment her?) und fehlende Gesellschaftskritik - aber darum muss man sich bei gut choreografierten Actionfilmen wie diesem sowieso nicht scheren. Die Actionsequenz der Drachenverfolgung mit freiem Fall ist aber so haarsträubend, dass man nur die Hände über dem Kopf zusammen schlagen kann.

Fazit: Ein pyrotechnisch perfektes und in den CGI-Effekten überzeugendes Endzeit-Actionkino, das wenig Wert auf Logik und viel Wert auf Unterhaltung legt. Wenn er das Hirn ausschaltet, erwarten den geneigten Zuschauer 90 Minuten, prall gefüllt mit grober und martialischer, aber auch hoch unterhaltsamer Actionkost.


Noch etwas zu meiner Lieblings-Unsitte der Privaten: Schneiden diese Sender gern den Abspann weg, hat es doch PRO 7 bei der Free-TV-Premiere dieses Films fertig gebracht, Herrn „Stromberg“ – als Programmhinweis – schon 10 Sekunden vor Ende des Films (er kommentierte den Film, welcher klein im Hintergrund noch weiter lief) in selbigen hineinquaken zu lassen. Für mich ist das eine bodenlose Frechheit. Nicht nur, dass man auf den Abspann verzichten muss, nein, dem Zuschauer wird auch noch das Ende des Films vorenthalten. Ich hoffe, dass diese Beobachtung einmalig war…

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