Quinn Abercromby (Christian Bale) war als Kind Zeuge der Auferstehung der Drachen, bei der auch seine Mutter drauf ging. Jetzt, da er erwachsen ist, regieren Drachen die Welt und peinigen die Menschen mit fiesen Feuerstößen. Quinn hat sich im britischen Hinterland mit einer Gruppe Gleichgesinnter und einem Batzen Kinder eine Art Refugium geschaffen. Doch die Gefahr ist allgegenwärtig! Eines Tages kommt dann ein kahlköpfiger Amerikaner namens Van Zan (Matthew McConaughey) mit einer Gruppe toll trainierter Fatzgen und erläutert Quinn ihre irrwitzige Theorie: Es gibt zwar unglaublich viele Drachenweibchen, die willkürlich umherfliegen, doch nur ein Tier, das den Samen für die weitere Existenz liefert. Dieses Alphatierchen nistet in London (die Stadt ist schon seit geraumer Zeit dem Erdboden gleichgemacht) und wenn man es bei den Eiern packt, hat der gesamte Drachenspuk bald ein Ende...
Gegen Endzeitszenarien hab ich eigentlich nichts, ich begrüße sie sogar oftmals. Doch bei diesem Film wirkt das Gesamtgefüge arg unharmonisch, was sich für mich alleine schon bei den Definitionslücken deutlich macht: Was haben die Drachen eigentlich gegen die Menschen? Im Film wird doch behauptet, dass die Drachen Asche speisen? Was für eine Motivation steckt also hinter dem wüsten Treiben? Auch weitere Details erzeugen Stirnrunzeln: Eine ganze Spezies hängt von einem einzigen Tier ab? Und alle Weibchen, die auf der gesamten (?) Erde ihr Unwesen treiben, fliegen einfach mal so nach London, um vom Alphabullen einen Tropfen Drachensperma abzubekommen? Kein Wunder, dass das arme Tier so wütend ist...
Aber mit logischen Ungereimtheiten kann ich für meinen Teil eigentlich ganz gut um. Nervig wird es dann bloß, wenn die Story an sich bis auf die Grundidee unendlich ambitionslos und halbgar rüberkommt. Drachenaction findet leider bis auf 2-3 Szenen eher nebensächlich statt, ansonsten dominieren Autoritätskonflikte. Quinn und Van Zan geraten harsch aneinander; Van Zan will dem Oberdrachen so schnell wie möglich an die Wäsche, wärend Quinn lieber eine ruhige Kugel schieben möchte. Dumm nur, dass man als Zuschauer die Argumentation des Protagonisten nur schwer als schlüssig erachten kann. Eigentlich hat der rabiate Van Zan doch Recht, sollte sein Plan, den Bossdrachen zu killen, denn tatsächlich das Ende der Drachenkrise hervorrufen. Leider weiß man aber als Zuschauer auch, dass Protagonist Quinn am Ende doch Recht hat, die Drachenhatz endet ja schließlich in einem Massaker. Jene Durchschaubarkeit nervt.
Man hätte der Geschichte noch mehr Alternanz abverlangen können, doch jegliche Versuche in diese Richtung scheitern kläglich: Quinn versucht sich z.B. als Vaterfigur und stößt auf die typischen Schwierigkeiten. Sein Quasi-Sohn hält anfangs Van Zans Argumente für schlüssiger und sieht erst später ein, wie wichtig er für seinen Erzieher und seine Gemeinde ist. Darüber hinaus entwickelt sich zwischen Quinn und der Helikopterpilotin Alex (Izabella Scorupco) eine Beinahe-Romanze - wie so vieles wurde auch dieser Aspekt nicht konsequent zu Ende gedacht!
An dem unharmonischen Storybrei wirken Darsteller wie Christian Bale schon fast wie Perlen vor die Säue geworfen. Zu keiner Zeit muss sich einer der Darsteller richtig beweisen; sie scheitern geradezu am ambitionslosen Script. Die Inszenierung ist hingegen durchaus solide, obwohl mich jetzt die so toll angepriesenen pyrotechnischen Effekte nicht zum Staunen gebracht haben. Die Grafikpracht der Drachen geht zumindest in Ordnung und der allgemeine Look erweist sich mit seiner düsternen Grundstimmung als taugliches Endzeitszenario. Die Musik ist wenig einprägsam, fällt aber auch nicht negativ auf.
"Die Herrschafft des Feuers" ist wohl einer der Filme, die die Welt nicht braucht. Die Idee, Endzeitaction mit Drachen zu würzen, erweist sich als ambitioniertetes Puzzlestück in einem großem Haufen nicht passender Elemente. Stellenweise kann der Film zwar unterhalten, im Endeffekt haut einen aber keine einzige Szene vom Hocker, eher wird man bisweilen sogar von der berüchtigten Langeweile heimgesucht.