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Was erwartet der Zuschauer bei einem Film, der von einem ehemaligen TV-Regisseur inszeniert wurde, der zuvor lediglich für die Kino-Adaption zur Kultserie "Akte X" verantwortlich zeichnet, in dem Stars wie Christian Bale und Matthew McConaughey den Kampf gegen mörderische Drachengeschöpfe antreten?

Rob Bowmans "Die Herrschaft des Feuers" ist ein aufwändig produziertes Fantasy-Spektakel mit postapokalyptischer Atmosphäre und einem winzigen Hauch von "Mad Max" - doch leider kann das Werk nicht halten, was die von drei Autoren ausgedachte Story verspricht.

London ist in ferner Zukunft von Drachen fast vollkommen zerstört und gleicht einer Ruine aus Schutt und Asche, wobei dem Regisseur hier anzurechnen ist, dass er eine wirkllich sehr düstere Endzeitstimmung auf die Leinwand gebannt hat. Allerdings wird gerade diesem Schauplatz erst im Finale eine größere Bedeutung zuteil, der Großteil der sehr dürftigen Handlung spielt sich jedoch auf einer alten Burg außerhalbs der zerstörten Londoner City ab, auf der sich die letzten überlebenden Widerständler unter ihrem Anführer Quinn (Christian Bale) verschanzt haben. Mit Hilfe des mit High-Tech-Waffen und Kampfpanzern ausgerüsteten Drachentöters van Zan (Matthew McConaughey) wollen sie den einzigen männlichen Drachen töten, um die Erde wieder zu befreien.

Das feurige Spektakel ist für zwischendurch zwar nett anzuschauen und auch gar nicht langweilig, doch bei allen pyrotechnischen Effekten will der Funke einfach nicht überspringen. Die finale Konfrontation zwischen dem Drachen und seinen Jägern ist in wenigen Minuten vorbei und unspektakulär inszeniert. Erwartet der Zuschauer hier einen Höhepunkt, wird er enttäuscht, denn das Finale bietet nichts anderes, als es im Verlauf des gesamten Films bereits zu sehen gab.
Als Episode oder Staffelfinale für eine TV-Serie wäre es sicherlich ein besonderes Bonbon gewesen, doch für einen abendfüllenden Kinofilm ist das alles einfach viel zu wenig. Kein Wunder also, dass der Film von den Kritikern einhellig als B-Movie klassifiziert wurde und somit für "Die Herrschaft des Feuers" der Untergang an den Kinokassen besiegelt war.

Unverständlich auch, dass Drachenjäger van Zan mit großkalibriger Artellerie und Panzern das Szenario betritt, die Action sich aber lediglich auf den Einsatz eines Kampfhubschraubers und endlosen MP-Salven beschränkt. Warum wird dem Zuschauer eine Materialschlacht suggeriert, die es letzten Endes gar nicht gibt?

Christian Bale beweist in seiner Rolle wieder einmal sein vielseitiges Talent und ist eindeutig besser besetzt als Matthew McConaughey als kahlköpfiger, rauhbeiniger Drachenjäger. McConaughey, der auch schon in "The Texas Chainsaw Massacre: The Next Generation" kein gutes Gespür  bei der Auswahl seiner Rollen bewies und als Sonnyboy einfach überzeugender ist, spielt keineswegs schlecht - nur nimmt ihm der Zuschauer den Part einfach nicht ab, der ihm auf den muskelgestählten Leib geschnitten wurde.

Der Soundtrack von Ed Shearmur hat auch nichts Besonderes zu bieten und setzt keinerlei Akzente. Spannung und Dramatik sind ebenfalls kaum vorhanden. Das ganze Spekatakel ist so kühl und emotionslos inszeniert, dass sogar der vorhersehbare Tod sympathischer Charaktere (Gerard Butler als Greedy) den Zuschauer kalt lässt.
Und zwischen den wenigen Momenten, in denen Action die Handlung beherrscht, versinkt der Film nicht nur in einem Meer aus Asche, sondern auch in unendlichen Dialogen.

Leider schafft es "Die Herrschaft des Feuers" nicht annähernd die Ansprüche zu erfüllen, die die vielversprechende Handlung vermuten lässt. Von daher - um die zu Anfang gestellte Frage zu beantworten - darf der Zuschauer nicht allzu viel von Rob Bowmans Werk erwarten: keine Langeweile, aber auch keine euphorischen Luftsprünge, denn dieser Film zählt zweifellos zu jener Gattung, die man gesehen haben kann, aber nicht gesehen haben muss.

Als Alternative empfehle ich Rob Cohens "Dragonheart" mit Dennis Quaid, denn für "Die Herrschaft des Feuers" gilt: Viele Drachen um nichts!

5 von 10 Punkte!

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