Review

Nicht nur die Drachen sind in "Die Herrschaft des Feuers" ungeheuerlich, sondern auch die Logikfehler, wodurch der Film insgesamt inhaltlich gar nicht so leicht nachzuvollziehen ist. In der einführenden Vorgeschichte muss man also mehr oder weniger hinnehmen, dass so ein Drache einfach mal ein paar Jahrhunderte lang schlafen kann oder dass die Welt sich derzeit in einem apokalyptischen Zustand befindet, weil es dem Militär nicht möglich gewesen sein soll, gegen die Plage vorzugehen - sehr glaubhaft ist das nicht gerade.

Die Situation Menschen gegen Drachen, wobei unsere Spezies augenblicklich mehr im Nachteil zu sein scheint, ist nun jedenfalls gegeben und hätte durchaus zu etwas Ordentlichem heranreifen können. Hoffnungsschimmer gibt es ja immerhin: Schön animierte, wenn auch eher selten in Erscheinung tretende Drachen, eine dem Szenario sehr angepasste, stimmige Atmosphäre und die ein oder andere schöne, actionhaltige Sequenz. Doch das eigentliche Konzept will nicht so richtig gedeihen, wenn sich der Plot nur auf entweder patriotisches Machogehabe, andere nervige, zu nichts führende Dialoge oder auf die Jagd nach dem Drachenbullen, nach dessen Ausradierung dem ganzen Problem angeblich Abhilfe geschafft werden soll, beschränkt. Diese finale Lösung des Ganzen, die Tötung des angeblich einzigen männlichen Drachens, scheint aber irgendwie genauso aus der Feder eines traumatisch denkenden Schreiberlings zu stammen, wie die unzureichend erklärende Vorgeschichte bereits zu Beginn, denn die Erde wäre wohl immer noch von genug zerstörungswütigen Drachen bewohnt - und die leben nach der Filmlogik und der Introduktion, wenn sie schon über Jahrhunderte in einem schlafenden Zustand verweilen können, ja nun ziemlich lange. Einen genüsslich albernen Einblick erhalten wir hier auch in die sich ja als höchst effektiv herausstellende Methodik, einen Drachen in der Luft mit einem Netz, das von Fallschirmspringern abgeworfen wird, zu Fall bringen zu wollen.

Und warum sich die Drachen von Asche ernähren? - Ja, ich kann es mir auch nicht wirklich erklären, stattdessen mich ebenso nur darüber wundern, was man sich hier so alles für Absurditäten hat einfallen lassen. Immerhin garantiert dies für so einige unfreiwillige Lacher. Der beste wird einem wohl zum Schluss serviert, als ein Hauptprotagonist zunächst vor offensichtlich nachträglich eingeführtem Hintergrund die Axt schwingt und wieder einmal Pathos-Geschwafel von sich gibt, ehe er mit einem todesmutigem Sprung den Heldentod stirbt - das hat dann schon fast Trash-Charakter.

Ohne Frage, Potenzial war hier vorhanden. Was man aus "Die Herrschaft des Feuers" aber letztendlich herausgeholt hat, würde selbst den kühnsten Drachentöter zutiefst erschrecken. Die Schauspieler und CGI-Feuereffekte vermögen da auch nicht mehr all zu viel zu retten, sodass hier nicht das erwartete Feuerwerk abgebrannt wurde, sondern höchstens ein niedliches Häufchen Asche vor sich hinglühte. (Noch 4/10)

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