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Eastwoods Talent, seine alten Vorlieben für Polizeifilme und harte Hunde beizubehalten und dennoch in Würde zu altern, findet in „Blood Work“ erneut ihre Entsprechung, einem rundum vergnüglichen Thriller, in dem der knorrige Altstar wie üblich mit staubtrockenen Dialogen, einer notwendigen Prise Action und einem Hauch von Herz brilliert.

Immerhin 72 Jährchen hat er hier schon auf dem Buckel, als er als pensioniert und mit Herzverpflanzung gehandicapter Ex-Bulle für die Schwester seiner Organspenderin noch einmal auf Tätersuche geht und er meistert den Maulfaulen immer noch mit Leichtigkeit.
Die Story ist dabei mehr oder weniger nur Vehikel zum Zweck. Die Killer-Story ist dem aufmerksamen Zuschauer viel offensichtlicher als den handelnden Figuren und Eastwood reflektiert stattdessen um so mehr die eigene Ikone seiner Karriere, wenn er etwa mit Angelica Huston als behandelnde Ärztin streitet, mit einer jüngeren Frau im Bett landet oder mal mit einem Kind händeln muß, während seine Untersuchungen durch die Begleitung seines Bootsnachbarn, unnachahmlich schusselig-tolpatschig von Jeff Daniels dargestellt, den Ernst der Lage kontrakarieren.

Es gibt ein wenig Action zwischendurch, ein paar Rätsel und natürlich die (etwas sehr übertrieben gezeichneten) unfähigen und unwilligen Ex-Kollegen, die sich dermaßen unfair und pissig darstellen, daß die Polizeigewerkschaft „Blood Work“ wohl nie zu ihrem Lieblingsfilm machen wird.
Während das Ziel des Täters schon sehr bald offensichtlich werden kann, ist seine Entlarvung die einzige wirkliche Überraschung in einem sonst sehr entspannten Film, der mit einer interessanten und farbigen Optik punkten kann.

An der Kasse konnte der Film weniger punkten, denn es ist schon vom Drehbuch her eher B-Ware, die einzig und allein durch die bekannten Darsteller und das Charisma aufgewertet wird, gereiftes Kino für die älteren Semester, nicht für die sensationslüsterne Gemeinde.
Aber gerade weil sich Eastwood immer noch so unnachahmlich in den Mittelpunkt stellen kann, ohne penetrant zu wirken, hat der Zuschauer seinen Spaß und eine gemütliche Spannungskurve gibt’s gratis dazu. Zum Wiederschauen und Entspannen. (7/10)

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