Mit " Blood Work " präsentiert uns der hier schon 72-jährige Regisseur Clint Eastwood einen sehr ruhigen, aber spannenden Thriller. Trotz des hohen Alters übernahm Eastwood, hier gleichzeitig noch Hauptdarsteller " den Großteil der Arbeit und orientierte sich an der Novelle von Michael Connelly, welche von Brian Helgeland in ein Drehbuch umgeschrieben wurde. Der Film erziehlte zwar keine horenten Erfolge, schnitt aber auch in den deutschen Kinos ordentlich ab, was Eastwood aber wirklich nur seinem guten Namen zu verdanken hat. Eigentlich trägt er den Film und Warner Bros stand ihm auch diesmal wieder zur Seite. Man solte nur Eines nicht versuchen, nämlich den Vergleich zu seinen früheren Filmen herzustellen, Eastwood präsentiert sich hier von einer neuen, wesentlich ruhigeren Seite.
Story:
FBI Profiler Terry McCaleb ( Clint Eastwood ) jagt einen Serienkiller, der immer Botschaften bei seinen Morden hinterlässt. Bei einer Tatortbegehung kann Terry den Killer ausfindig machen und verfolgt in zu Fuß. Doch dabei erleidet er einen Herzanfall.
Zwei Jahre später ist Terry aus dem Dienst ausgeschieden und hat die Operation eines Spenderherzens gut hinter sich gebracht. Da sucht ihn die hübsche Graciella Rivers ( Wanda De Jesus ) auf und behauptet, dass Terry das Herz ihrer Schwester hätte. Aber sie wurde ermordet und Terry fasst wieder neuen Lebensmut und beginnt zu ermitteln. Das bringt auch den damaligen Serienmörder, den er nicht schnappen konnte, zurück ins Spiel.
Ich weiss nicht, ob es Clint Eastwood angenehm war, in dem Alter eine Herzattacke zu mimen, aber so kommt dieser Thriller sehr realistisch daher. Terry ist hier kein Superheld oder Rächer, nur im Final sind kleine Züge seines " Dirty Harry " Images zu erkennen. Ansonsten hält er sich wirklich zurück, leider muss auch sein sonst so trockener und zynischer Humor darunter leiden. Davon gibt es hier reichlich wenig, nur der eine Spruch geht mir nicht mehr aus dem Kopf, als Terry gefragt wird warum er auf einem Boot lebt und dann flapsig antwortet: Ich hasse das Rasenmähen. Trotz einiger früherer Gemeinsamkeiten sehen wir hier einen neuen Clint Eastwood, er bekam sogar eine neue deutsche Synchronstimme.
Die Story ist weiter besser, als man es anfänglich annimmt. " Blood Work " beginnt wie ein herkömmlicher Serienmörderfilm, aber die Sache mit dem Herz ist eine nette Idee. Man kann sich Vieles zwar selbst zusammenreihmen, wird aber dennoch überrascht, auch was die finale Auflösung des Täters betrifft. Nur die Ermittlungen ziehen sich zu stark. Es mag ja interessant sein, wie sich Terry einzelne Details erarbeitet, aber irgendwann ist das zu zäh. Zwischendrin gibt es mal einen winzigen Schusswechsel, ansonsten muss man sich bis zum Finale gedulden, welches dann recht actionreich und atmosphärisch daher kommt. Mit Brutalitäten reißt sich Eastwood auch am Riehmen und es kommt nur sehr wenig Kunstblut zum Einsatz. Auch die Morde des Serienkillers, sehen wir immer nur durch ein Videoband, oder sie geschehen im Off. Spannend ist das Ganze trotzdem auf einem guten Niveau. Auch geht man sehr geschickt bei den Hauptcharakteren in die Tiefe.
Clint Eastwood überzeugt sogar als Senior auf der Tätersuche. Er mimt hier mal keinen Helden, sondern eine total realistische Figur, die den Fall nur mit Köpfchen knacken kann. Überhaupt alle Darsteller agieren ziemlich gut. Jeff Daniels ist überdreht und sorgt so für Humor und auch Altstar Anjelica Houston macht einen guten Job als Ärztin. Wanda De Jesus ist auch nett anzusehen, nur die erotische Szene zwischen ihr und Eastwood, hätte nicht sein müssen.
Fazit:
Spannend inszenierter Thriller mit wendungsreicher Story. Die Ermittlungen werden zu arg in die Länge gezogen, da treten schon mal kleinere Durststrecken auf. Dafür agieren die Darsteller bestens, Kulisse und Score sind auch stimmig. " Blood Work " ist und bleibt nun mal ein sehr ruhiger Thriller, der nur im Finale mal etwas aufdreht, nichts Besonderes, aber ein guter Genrebeitrag.