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Horrordrama. Graf Dracula wird von Sekunde zu Sekunde schwächer. Er benötigt das Blut einer Jungfrau, sonst stirbt er unweigerlich. Zusammen mit seinem Diener Anton reist er nach Italien, wo er sich aufgrund der dortigen religiösität erhofft eine solche Frau zu finden. In einem Dorf werden sie von einer dort ansässigen Aristokratenfamilie auf deren Wohnsitz eingeladen. Diese hoffen, dass Graf Dracula eine Ihrer Töchter zur Frau nimmt. Doch als die merkwürdigen Ereignisse sich häufen, kommt der Diener dem Grafen auf die Spur.

Paul Morissey verleiht der Figur Dracula ein neues Gesicht, sein Film ist über weite Strecken mehr Drama den Horrorfilm. Die poetischen Aspekte der Romanvorlage, die zugegebenerweise hier ziemlich frei erzählt wird, werden in den Vordergrund gerückt. Die Sets sind gut gewählt und versprühen eine unheimliche Atmosphäre. Die schauspielerschen Leistungen sind auch ziemlich ordentlich. Besonders hervorzuheben ist Udo Kier in der Titelrolle. Sein Dracula ist zerbrechlich und sehr menschlich, voller Gefühle, aber auch gefährlich, insgesamt eine tragische Figur, welche unter anderen Umständen eine Bereicherung der Gesellschaft gewesen wäre. Im krassen Gegensatz zum Handlungsablauf steht das sehr brutale, blutige Ende, welches dennoch nicht selbstzweckhaft erscheint, sondern das als finales Sahnehäubchen gesehen werden sollte. Fazit: Eine interessante Variation des Vampirthemas für Freunde des mediteranen Kinos.

Score: 7
Härte: 5

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