Ein kleines Bürschchen, das als Letzter die Erde aufräumt - was klingt wie die Beschreibung zu Wall-E hat sich in der letzten Zeit zum Running Gag um den Film Oblivion mit Tom Cruise entwickelt. Allerdings: Davon abgesehen enden auch schon die Gemeinsamkeiten. Tom Cruise Filmfigur Jack Harper (wer hat sich in Zeiten von 2 and a half men diesen Namen ausgedacht ...) schleudert nicht im Minutentakt mit Witzen und coolen Sprüchen um sich. Als Wartungstechniker zahlreicher Drohnen und Lebensgefährten der wohl einzigen Frau auf dem Planeten (welch Glück, dass sie auch noch gut aussieht) bleiben ihm noch zwei Wochen auf der Erde, bevor er sich zum Rest der Menschheit auf den Mond Titan zurückziehen darf - beziehungsweise muss, denn trotz der katastrophalen völligen Verwüstung der Erde mag er sich nicht von ihr trennen. Und als ob die eigenartigen Träume nicht genug wären, macht er eines Tages eine Entdeckung, die sein Leben radikal verändert.
Soweit zur Story. Der Film beginnt wie viele andere SciFi-Filme, doch versteht er es wie kaum ein anderer, ständige Story-Twists und Action zu kombinieren, so dass sich erst spät am Ende ein etwas längerer Durchhänger auftut, der allerdings auch bald wieder vorbei ist. Die Geschichte und ihre spannende Erzählung halten bei der Stange, die visuelle Brillanz der Effekte erfüllt in meinen Augen keinen Selbstzweck, sondern dient nur dazu, die postapokalyptische Welt greifbarer zu machen; Regisseur Joseph Kosinski liefert nach dem recht durchwachsenen, wenn auch optisch beeindruckenden Tron: Legacy nicht nur einen äußerst ansprechenden Film sondern einen ansehnliche Steigerung ab und ich hoffe, dass er dieses Niveau halten wenn nicht sogar noch ausbauen kann. Und von Tom Cruise kann man halten was man will, der Mann wird nicht älter und spielt viele andere Stars an die Wand. Zusammengefasst kann ich nur sagen, dass Oblivion wohl einer der beste SciFi-Film der letzten Jahre ist, zu denen ich beispielweise Avatar jedenfalls aufgrund seiner flachen, ausgelutschten und daher vorhersehbaren Story nicht dazu zähle. Kann den Film nur weiterempfehlen, man sollte sich allerdings auf einen eher storylastigen Film mit einigen Schusswechseln einlassen können. Jake Harper hätte wohl keine Freude damit.