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Die Erde nach der Apokalypse: Der Mond wurde von Außerirdischen zerschossen, was Naturkatastrophen und radioaktive Verseuchung zur Folge hatte, die den Planeten Erde größtenteils zerstörte, fast alle Menschen dahinraffte und die meisten Regionen unbewohnbar machte. Einige Überlebende wurden auf den Saturn umgesiedelt, andere wie Tom Cruise (im Film: Jack) und seine Frau (nein, nicht Katie Holmes!) wohnen auf schwebenden Plattformen über den Wolken und sind beauftragt die außerirdischen Invasoren, genannt Plünderer, zu bekämpfen und die fliegenden Zerstörungskugeln, die Jagd auf die Plünderer machen, instand zu halten und zu warten. Von der Zeit vor ihrer Mission auf der Erde fehlt Jack und seiner Frau jedoch jegliche Erinnerung, was auf ein Sicherheitslöschen seitens der Regierung zurückzuführen ist. Dennoch plagen Jack Träume vom Liebesspiel mit einer Frau, die er nicht kennt. Als eines Tages ein Raumgleiter abstürzt und Jack aus den Trümmern eben diese Frau aus seinen Träumen rettet, eröffnet sich ihm eine Wahrheit, die sein Weltbild ins Wanken bringt…

ACHTUNG: MEGA SPOILER INSIDE!

Vom Regisseur von TRON LEGACY erreicht uns der optisch opulente, futuristisch gestylte Sci-Fi-Actioner OBLIVION. Tom Cruise mimt den flotten Astronauten auf dem eigenen Planeten mit sportlichem Raumanzug und Laserkanone, der pflichtgetreu ziemlich bescheuerte Befehle ausführt, ohne diese groß zu hinterfragen, diese dann aber schließlich doch hinterfragt und feststellen muss, dass er nur ein Klon ist. Dies lässt Erinnerungen an das Weltraum-Kammerspiel MOON aufkommen, wenngleich OBLIVION optisch natürlich viel einladender ausfällt. Die abgestürzte Kosmonautin und Frau aus Jacks Träumen wird gespielt von der wirklich atemberaubend hübschen Olga Kurylenko (EIN QUANTUM TROST, MAX PAYNE, HITMAN). Die Ukraine und ihre Frauen – ich denkt’s mir echt immer wieder… Morgan Freeman gibt den Anführer der „Plünderer“ und fällt dabei nicht weiter auf. Jack erhält seine Instruktionen von der über der Erde schwebenden Raumbasis TET. Diese hat ein böses, rotes Auge wie HAL in 2001. Auf der Erde befinden sich große, fliegende Zerstörungskugeln auf Patrouille, die alles und jeden mit Lasergeschossen zerballern und an die Sphären aus DAS BÖSE erinnern. Gigantische Tablets und Touchbildschirme in schlichtem, „Apple“-typischem Weißlook geben ein Gefühl davon, wie die Zukunft wohl aussehen könnte. Jack sammelt zufällig gefundene Überbleibsel der Zivilisation, wie z.B. Schallplatten und Bücher und bewahrt diese in einer Holzhütte am See auf, was bis auf das Haus am See – weiß der Geier, wo das herkommt – ein bisschen an FAHRENHEIT 451 (nein, nicht der Michael-Moore-Film!).

OBLIVION bietet (besonders optisch!) tolles Sci-Fi-Feeling, etwas Action und eine interessante, wenn auch nicht unbedingt immer ganz schlüssige Story mit Überraschungen und Twists, wie man sie aus VANILLA SKY oder FIGHT CLUB kennt. Der Cruise nervt hier gar nicht mal so arg. Die Erde als Brachebene und Wüstenkulisse macht eh immer Spaß. Die Flüge in den futuristischen Raumkapseln dürften wohl vor allem in 3D Laune bereiten. Der Film ist hauptsächlich optisch beeindruckend. Die aus diversen Sci-Fi-Klassikern zusammen geklaute Story hält ein paar Logiklücken parat, über die man in Eigenregie gedankliche Hängebrücken bauen muss, um den Plot schlüssig zu machen. Im Großen und Ganzen aber schon sehr erträglich und unterhaltsam.

Fazit:
Sci-Fi-Eyecandy mit vorhersehbarer „Oh Gott, ich bin ein Klon!“-Wendung. Echt nett.

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