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„Das Imperium schlägt zurück“ gehört zu den Filmen, welche die Diskussionen anfachten, ob es Fortsetzungen gibt, die besser sind als das Original. Für einige ist er es, in meinen Augen handelt es sich aber um den schwächsten Teil der Originaltrilogie.
Dabei ist bereits der Beginn auf dem Planeten Hoth ein echter Kracher, der zudem noch einen Großteil der Naivität des ersten Teils über Bord wirft. Erst fetzt sich Luke Skywalker (Mark Hamill) mit einem Eismonster und muss nachher von Han Solo (Harrison Ford) vor dem Erfrieren gerettet werden, anschließend wird die dortige Rebellenbasis von den Truppen des Imperiums angegriffen und in einer fulminanten Schlacht zerstört. Da sieht man schnell das aufgestockte Budget und es geht rauer zu als im ersten Teil, wenn man sich mal das Rebellensterben ansieht.
Nach dieser Schlacht trennen sich die Wege der Protagonisten: Luke fliegt nach Dagobah, um dort von dem Jedimeister Yoda in der Benutzung der Macht unterrichtet zu werden, wie es ihm der verstorbene Obi-Wan Kenobi (Alec Guiness) in einer Vision befiehlt. Prinzessin Leia (Carrie Fisher), Chewbacca und Han fliehen mit dem Millenium Falcon, haben aber bald die imperiale Flotte auf den Fersen…

„Das Imperium schlägt zurück“ überzeugt mit der gleichen opulenten Machart wie der Vorgänger: Bombastische Musik von John Williams (endlich hört man auch den Imperial March), bunte wie beeindruckende Optik und Tricks vom Feinsten. Den Effekten merkt man auch an, dass man hier das Budget im Vergleich zum Vorgänger noch mal aufgestockt hat und so sehen die von FX-Spezialisten erschaffenen Welten voller Außerirdischer und Raumkreuzer top aus. Gilt wie beim Vorgänger sowohl für originale als auch für digital nachbearbeitete Fassung, da sich der CGI-Einsatz in der Neubearbeitung noch in erträglichen Grenzen hält.
Gleichzeitig schlägt „Das Imperium schlägt zurück“ einen etwas weniger kindlichen und dafür düsteren Ton an: Der Kampf der Rebellen wird noch aussichtsloser, was aber auch am recht offenen Ende liegt, dass den dritten Teil quasi ankündigt. Auch der dramatische Aspekt wird vertieft: Leia und Han scheinen sich zu verlieben, doch wie passt Luke dazwischen und zudem macht Luke eine ganz besondere Entdeckung bezüglich Darth Vader, die Filmgeschichte schrieb ;-)
Leider kann die Geschichte von „Das Imperium schlägt zurück“ nicht immer so fesseln wie die der anderen Filme; vor allem in der Mitte hängt der Film ein wenig, da sich einige Sachen ständig wiederholen: Andauernd versagt der Hyperspace-Antrieb des Millenium Falcon und Han zaubert immer wieder einen windigen Trick aus dem Hut, um den imperialen Truppen zu entkommen, während es bei Luke auf Dagobah ähnlich zyklisch vor sich geht. Luke schafft eine Aufgabe nicht, fängt an zu plärren, Yoda zeigt ihm, dass es doch geht und dann ist Luke wieder voll beim Training. Es stört zwar nicht wirklich, aber erst gegen Ende in der Wolkenstadt Bespin kommt „Das Imperium schlägt zurück“ wieder auf Touren und wird wieder spannender als im Mittelteil.

Was die Action angeht, bietet auch dieser Film der „Star Wars“-Saga das übliche Potpourri aus Blasterschießereien, Raumschlachten und Laserschwertduellen, die noch etwas aufwendiger als im Vorgänger daherkommen. Der Auftakt auf Hoth stellt zwar direkt die aufwendigste Schlachtszene im Film dar, aber dafür bekommt gegen Ende ein ausgiebiges Fechtduell zwischen Luke und Darth Vader geboten, das einen würdigen Höhepunkt abgibt.
Darstellerisch hält auch „Das Imperium schlägt zurück“ die gewohnte Qualität, wobei Mark Hamill und Carrie Fisher sogar etwas lebendiger und frischer als im Vorgänger rüberkommen. Highlight des Films bleibt jedoch Harrison Ford als windiger Schmuggler mit coolen Sprüchen. Billy Dee Williams hat einen gelungen Auftritt als Hans alter Kumpel Lando Calrissian und im Original schneuchelt man wieder die Stimme von James Earl Jones den Darth Vader. Hierzulande gibt es keinen prominenten Sprecher, dafür klingt sie wieder böser als im O-Ton.

Unterm Strich ist „Das Imperium schlägt zurück“ wieder ein bombastisches Sci-Fi-Märchen mit dem gewohnten Charme der „Star Wars“-Saga, das etwas weniger kindlich als der Vorgänger daherkommt. Wegen kleiner Hänger in der Mitte in meinen Augen allerdings der schwächste Film der Original-Trilogie.

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