Nachdem sie den Todesstern zerstört haben, verstecken sich die Rebellen auf einem Eisplanenten, der jedoch vom Imperium gefunden und erobert werden kann. Während Prinzessin Leia, gespielt von Carrie Fisher, und Han Solo, gespielt von Harrison Ford, fliehen können, auch wenn ihnen die imperialen Streitkräfte weiterhin im Rücken sitzen, sucht Luke Skywalker, gespielt von Mark Hamill, in einem fernen System den ehemaligen Jedimeister Yoda auf.
Nach dem eher naiven und kindgerechten Sci-fi-Epos "Krieg der Sterne" schöpft Regisseur Irvin Kershner diesmal das Potential der Idee von George Lucas wesentlich besser aus und liefert ein deutlich düstereres Werk ab, das in meinen Augen den Höhepunkt der alten "Star Wars"-Trilogie darstellt und lediglich durch "Die Rache der Sith" überboten werden konnte.
Die Charaktere haben diesmal wesentlich mehr Tiefe, als im ersten Teil, man gibt sich diesmal mehr Mühe, die einzelnen Figuren mit Ecken und Kanten auszustatten und beschränkt sich nicht mehr auf die enorm oberflächliche Konstruktion im ersten Teil, außerdem ist die Figur des Darth Vader diesmal noch furchteinflößender und diabolischer gelungen. Die Handlung verläuft bei Weitem nicht so glatt und naiv, wie beim ersten Teil, so gibt es kein richtiges Happy End, wie beim Vorgänger. Zudem gibt es wesentlich mehr Nebenhandlungen und so gewinnt der Sci-fi-Entwurf, den Lucas eher zaghaft begann an Komplexität und zeigt sein Potential diesmal wesentlich deutlicher auf. Damit ist "Das Imperium schlägt zurück" kein kindgerechtes Sci-fi-Märchen wie der erste Teil, sondern ein düsteres, spannendes und gewaltiges Sci-fi-Epos.
Einzig und allein die, für die damalige Zeit visionären, aber aus dem heutigen Blickwinkel eher antiquierten, beinahe vorsintflutlichen Effekte sind es, die das Vergnügen dann doch ein bisschen trüben. Es gibt sehr viele Action-Szenen, aber die Explosionen wirken beim besten Willen nicht echt und auch der Laserschwertkampf zwischen Luke und Vader, der so ziemlich den Höhepunkt des Films darstellt, verliert jeglichen Reiz, wenn man sich die zweite Trilogie der Reihe ansieht, wobei die Action-Szenen durchaus gelungene Unterhaltung garantieren, zumal sie sehr wohlwollend dosiert sind. Mal davon abgesehen ist der Film optisch aber rundum gelungen. Das Design ist futuristisch, die Kulissen sind abwechslungsreich und hervorragend in Szene gesetzt, zudem ist der Film zu jedem Zeitpunkt exzellent bebildert. Leider war "Das Imperium schlägt zurück" dann aber doch eher ein Glückstreffer für Irvin Kershner, der mit "Sag niemals nie" und "RoboCop 2" später zwei wesentlich schlechtere Filme ablieferte.
Die Atmosphäre ist gespannt und düster. Hierzu trägt vor allem der hervorragende Score von John Williams bei, der in diesem zweiten Teil um den düsteren und spannungsgeladenen "Imperial March" erweitert wurde. Die Gefahr, die vom Imperium, dem übermächtigen Imperator und seinem Handlanger Darth Vader ausgeht, liegt zu jedem Zeitpunkt mehr oder weniger in der Luft. Außer bei ein paar kleineren Längen im Mittelteil, die sich durch den, stellenweise etwas wirren Aufbau und der ständigen Sprünge zwischen den beiden Subplots um Skywalker, bzw. um Leia und Solon ergeben, nutzt Kershner diese düstere Atmosphäre voll aus, um bestens unterhalten zu können und liefert so einen guten Spannungsbogen ab und ein hervorragendes Ende, das bereits das Interesse für den letzten Teil der Sci-fi-Saga erweckt.
Darstellerisch gab es am ersten Teil einiges zu bemängeln, diesmal ist einiges besser, aber perfekt ist der Cast noch lange nicht. Harrison Ford besticht dabei mit der besten Leistung. Als charismatischer Han Solo ist er erneut perfekt besetzt, liefert durchaus den einen Lacher, zeigt sich aber in spannenden und ernsten Momenten mit seinem mimikarmen Spiel gewohnt stark. Mark Hamill spielt zwar solide, aber nach wie vor fehlt dem, zu glatt auftretenden Publikumsliebling jegliches Charisma, das in einer solch heroischen Rolle dann doch sehr wichtig gewesen wäre. Carrie Fisher ist als Prinzessin Leia diesmal etwas besser als im ersten Teil, liefert sich ein paar amüsante Wortgefechte mit dem bestens aufgelegten Harrison Ford, aber auch bei ihr fehlt teilweise der letzte Schliff. Die Rolle des, im ersten Teil enorm starken Alec Guinness ist diesmal leider sehr eng beschnitten, so fehlt ein wirklich routinierter, versierter Charakterdarsteller, aber der restliche Cast schlägt sich auch so ganz gut.
Fazit:
Mit einer düsteren Atmosphäre, einer weniger naiven Handlung und einer ordentlichen Charakterkonstruktion überbietet "Das Imperium schlägt zurück" seinen Vorgänger und unterhält bestens. Optisch ist der Film ebenfalls hervorragend gelungen, auch wenn die Effekte ihr Verfallsdatum allmählich überschritten haben und außer ein paar kleineren Längen im Mittelteil und dem eher mittelmäßigen Cast gibt es rein gar nichts zu bemängeln, damit ist dieser der beste Teil der ursprünglichen "Star Wars"-Trilogie.
84%