Review
von Leimbacher-Mario
Der Totengräber kriegt sie alle
Ein Kurzfilm. Ein Western. Ein Horrorfilm. Eine Sozialstudie. Ein Splatter. Ein Animationsfilm. Könnte auch ein Videospiel-Intro sein. Kurz: ein sehr guter Film.
The Backwater Gospel ist kurz & knapp sogar einer der besten Kurzfilme, die es gratis auf YouTube zu bestaunen gibt. Wenn man sich für eines der oben genannten Genres interessiert, erst recht. Beschäftigt euch also bitte mehr mit Kurzfilmen, mehr mit Western, mehr mit Horror & mehr mit YouTube - denn dieses Quartett der Außenseiter zeigt in diesem Wiegenlied des Todes, was alles mit Kreativität, Talent & einer guten Idee erreicht werden kann.
Es geht um einen Totengräber bzw. den Tod höchstpersönlich, der sich auf in Richtung einer Western-Stadt gemacht hat. Der dortige sektenähnliche, alle zombieähnlichen Dorfbewohner aufhetzende Pfarrer, hetzt die verängstigte Meute aber gegen einen armen Landstreicher auf Krücken auf. Dieser wäre der verfaulte Apfel in der Stadt, der den Tod anziehen würde... dann kommt der Stein oder besser gesagt der abgeschnittene Kopf aber schnell ins Rollen, eine Massenpanik & ein Schlachtfest beginnt, über das sich am Ende nur einer freuen kann...
Nachdem mich King Fury & Fist of Jesus so begeistert, noch dazu VHS & ABCs of Death mein Interesse an Kurzfilmen geweckt hatten & ich Horror schon immer liebte, war es natürlich kein weiter Schritt, sich über weitere sehenswerte Shortys auf YouTube zu informieren. Und da stößt man schnell auf diesen stylischen, kleinen Mix, der meist in höchsten Tönen gelobt wird & eine gelungene Brücke von kurzweiligem Fun zu religiös-kritischer Sozialstudie schlägt. Die 10 Minuten sind gut animiert, allerdings sind die Zombie-Dorfbewohner eher gruselig-erschreckend als wirklich schick. Der Film hat ein unheimlich gelungenes Finale mit Biss & schwarzem Humor. Die Aussage gegen Volksverhetzer, Vorverurteilung & die Dummheit der Masse ist nicht zu übersehen, hätte vielleicht noch minimal besser heraus gearbeitet werden können. Die Massenpanik & Splatterorgie zum Schluss ist für mich aber der Höhepunkt.
Fazit: schön animiert, stylisch brutal hinten raus, mit einigen guten Aussagen in den gruseligen 10 Minuten.