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Eine junge Bahnangestellte, gespielt von Sandra Bullock, rettet ihrer heimlichen Liebe das Leben und behauptet, um sich im Krankenhaus nach seinem Befinden erkundigen zu können, dass sie seine Verlobte wäre. Als die Familie des, im Koma liegenden Patienten, eintrifft, fühlt sie sich überrumpelt und beschließt die Lüge aufrecht zu erhalten. Die einsame Bullock fühlt sich in der Familie ihres Traummannes zunehmend wohler, verliebt sich dann aber in den Bruder ihres, immer noch im Koma liegenden vermeintlichen Verlobten, gespielt von Bill Pullman.

Endlich noch einmal eine gelungene Liebes-Komödie, ohne dreckigen Fäkalhumor, ohne schauspielerischen Aussetzer und ohne übertrieben naive oder rührselige Momente, in denen man sich als Zuschauer komplett fehl am Platz fühlt. Im Wesentlichen ist dies der Verdienst von Sandra Bullock, die hier nach "Speed" und "Das Netz" wieder zurück ins Romantik-Genre gefunden hat und mit ihrem typisch charmanten, sympathischen und einfühlsamen Spiel von Anfang bis Ende überzeugt. Kein Lächeln wirkt aufgesetzt und keine Gefühlsregung gestellt, so erscheinen auch die rührseligeren, teilweise kitschigen Momente noch charmant und "Während du schliefst..." funktioniert als glatte, angenehme und unterhaltsame Liebeskomödie. Der übrige Cast ist ebenfalls gut, Hauptdarsteller Bill Pullman bringt eine, typisch für ihn solide Leistung, könnte aber auch besser spielen und wirkt teilweise zu glatt.

Nach dem Gagfeuerwerk "Cool Runnings" besinnt sich Jon Turteltaub hier auf einen wesentlich subtileren und überaus liebenswerten Humor, der sehr gut in sein sympathisches Filmchen passt. Während er in der ersten Hälfte einige Lacher verbuchen kann, kippt der Film in der zweiten Hälfte jedoch teilweise ab und ist leider nicht mehr so gut, wie er sein könnte. Mit "The Kid" zeigte Turteltaub später erneut, dass "Während du schliefst" kein Glückstreffer war, bevor er sich schließlich mit "Das Vermächtnis der Tempelritter" ans Thriller-Genre orientierte, dem er bis heute treu blieb.

Dramaturgisch ist "Während du schliefst..." gut, wenn auch sehr konventionell, aufgebaut. Nach der relativ innovativen und schnellen Exposition, die den Film direkt mit einem hohen Unterhaltungswert starten lässt, gerät der Film schließlich in die altbekannten Handlungsbahnen des Genres, die leider nicht mehr verlassen werden. Die bezaubernde Sandra Bullock und die behagliche, sympathische Machart des Films kompensieren dies teilweise, dennoch wird Turteltaubs Werk leider kurz vor dem absehbaren Finale durch die, für Liebesfilme obligatorische scheinbare Katastrophe ausgebremst und auch die Charakterkonstruktion, die dann doch etwas zu kindlich naiv geworden ist, kann kaum überzeugen, allerdings stören die verwendeten Klischees nur am Rande. Die Filmmusik ist ruhig, getragen und einfühlsam und darüber hinaus zeigt Turteltaub ein hervorragendes Gespür für emotionale und mitreißende Momente, und vermeidet dabei weitestgehend Kitsch und damit gehört "Während du schliefst..." definitiv zu den besseren Vertretern seines Genres und kann mit seinem relativ hohen Erzähltempo durchgehend unterhalten.

Fazit:
Auch wenn "Während du schliefst..." stellenweise Klischees und Kitsch serviert und alles in allem sehr vorhersehbar geworden ist, unterhält er mit seinem sympathischen und stilvollen Humor, seiner brillierenden und charmanten Hauptdarstellerin, dem hohen Erzähltempo und der behaglichen Atmosphäre hervorragend. Die rundum sympathische Komödie ist damit auf jeden Fall empfehlenswert und wird wohl vor allem von Fans des Genres sehr hoch geschätzt werden.

67%

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