Review

Lucy rettet dem schnieken Peter das Leben, der nach einem Sturz auf die Gleise im Koma liegt. Aufgrund eines Missverständnisses hält dessen Familie sie für Peters Verlobte. Und so lernt Lucy die Verwandtschaft kennen, darunter auch Peters Bruder Jack.

„While you were sleeping“ ist eine nette, oft kurzweilige und auch typische RomCom aus den 1990ern, deren Szenario Licht und Schatten bietet, wobei das Licht letztlich überwiegt. Die Einführung der zentralen Figur Lucy geht leicht von der Hand, ihr Sehnen muss einem nicht unbekannt sein und das Anschmachten des Fremden, der da jeden Tag an ihr vorbeihuscht vielleicht ebenso wenig. Antrieb sind die sich nach dem alles einleitenden Vorfall aufbauenden Missverständnisse, die aus erzählerischen Gründen nicht gleich aufgelöst werden. Im Gegenteil, sie werden über die Laufzeit aufgrund teils beiläufiger Bemerkungen noch verzweigter und ergänzen das erzählerische Konstrukt. Das macht einen Teil des Spaßes aus, doch irgendwo muss sich dieses Gebilde ja auch entladen, was es am Ende natürlich auch tut und hier ist der von Jon Turteltaub inszenierte Wohlfühler dann viel zu zahm. So ist die Auflösung in der Reaktion hanebüchen milde und das inklusive einer Vermählung. Man kennt sich immerhin schon eine Woche. Ich weiß um das Genre, aber die die letzten zehn Minuten sind ein feelgood-Fiebertraum und mir zu zuckrig, da bekomme ich Sodbrennen.

Darstellerisch lastet der Film überwiegend auf Sandra Bullocks Schultern und wie es eben damals war, erfüllt sie ihre Aufgabe tadellos. Ihre Lucy ist (trotz des entstandenen Szenarios) liebenswert und herzig und es fällt nicht schwer, mit ihr mitzugehen. Der im Koma liegende Peter Gallagher / Callaghan hat nicht so viel zu tun, seine Vorstellung ist grundsätzlich sympathisch. Für Bll Pullman als dessen Bruder und die Person, auf die es letztlich hinausläuft (was wirklich kein Spoiler ist), gilt das ebenso, nur manchmal rutscht sein Blick kurz in etwas Irrsinn ab, was irritierend wirken kann. So vollends passt er für mich daher nicht in die Rolle, insgesamt erfüllt er aber seinen Zweck. Bleibt neben der ganzen Gallagher-Sippe mit ihren für einen Schmunzler hier und da brauchbaren Auftritten noch Lucys Nachbar Joe Fusco Jr. (Michael Rispoli), der immer zwischen trottelig-nett und unangenehm-aufgrindglich pendelt. Im Kontext der Entstehungszeit mag er als Ersteres angelegt sein.

„How did I lean when I leaned?"

Und wenn der Moment kommt, dass der Film seinen Titel zitiert und man mit einem Ausruf auf den Bildschirm zeigen kann, hat man eine solide RomCom aus den 1990ern gesehen mit dem frühen Wissen, wohin das hier letztlich steuert. Die Vorhersehbarkeit und die letzten Minuten müssen wohl sein, doch immerhin ist die Chose recht kurzweilig, bietet auch manchen Witz und glücklicherweise eine herzige und den Film tragende Sandra Bullock.

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