Bürohengst Duncan (Ken Marino) ist voll im Stress. Der Chef hat den schüchternen Tastenhacker mit der unangenehmen Aufgabe betraut Kollegen zu feuern. Sein neuer Arbeitsplatz war früher einmal die Mitarbeitertoilette. Sein neuer Kollege löscht versehentlich sein Jahresprojekt auf seinem PC. Seine Freundin will endlich ein Baby. Und seine Mutter hat ein Verhältnis mit einem Pakistani in Duncans Alter, der fordert von Duncan „Dad“ genannt zu werden. Das alles schlägt sich auf den Magen des Sesselpupers nieder. Das einzige Ventil für all den Ärger: der Allerwerteste. Eines Abends als mal wieder alles nervt, setzt sich Duncan auf die Schüssel und meint, es zerfetzt ihm die Eingeweide. Vor Schmerzen wird er ohnmächtig. Der Grund für die Qualen ist jedoch kein Rosette sprengender Hochdruckschiss, sondern Milo, eine kleine, haarlose Kreatur mit Piranhazähnen. Diese entsteigt während Duncans Komas dessen Enddarm und meuchelt als personifizierter Druckausgleich die Stressoren ihres Erzeugers nieder…
Seit HUMAN CENTIPEDE ist fäkal das neue Nonplusultra. Horrorfilme, die sich den Allerwertesten und dessen Exsudationen zum Thema machen – ein neues Subgenre? Die Beispiele sind rar und mitunter unzumutbar: RECTUMA, ZOMBIE ASS, ATTACK OF THE KILLER TURDS… und jetzt BAD MILO?
Was nach einem saftigen Griff ins Klo klingt, ist in der Tat ziemlich abgefahren und unter der Gürtellinie. Der böse Mutantenzwilling, die Fleisch gewordene dunkle Seite in Form einer abartigen Kreatur – das kennt man aus ELMER und BASKET CASE. Auch Cronenberg’esker Bodyhorror (DIE FLIEGE, RABID) und Filme, in denen körperliche Anomalitäten, wie z.B. Vagina Dentatas (TEETH) oder Killerpenisse (BAD BIOLOGY), für Furore sorgen, sind nicht in allzu weiter Ferne.
Duncan ist ein sensibles Weichei, das nicht „Nein“ sagen und sich nicht abgrenzen kann. Beim Kacken schreit er, als verwandle er sich in einen Werwolf. Seine Arschgeburt Milo sieht aus wie das Baby von den Dinos auf Crack, E.T. nach der Darmspülung oder eines von den Aliens aus NACHT DER CREEPS. Er folgt – wie der Affe in Romeros MONKEY SHINES – dem unausgesprochenen Auftrag seines Herrn und Meisters, zerfleischt Gesichter oder beißt in relativ miesen CGI-Kastrationen Pimmel ab. Die örtliche Polizei und die Medien tippen bei den Todesfällen zunächst auf einen Killer-Waschbär. Muhaha!
Die Grundidee weiß von Anfang an zu begeistern. Zumindest das infantile Publikum, das sich über Furzwitze und Fäkalhumor amüsieren kann, bekommt ordentlich die Hämorrhoiden gekrault. Gegen Ende geht dem cineastischen Arschlochkind wie einer müden Blähung etwas die Luft aus und es verklemmt sich in einem schnarchnasigen Vater-Sohn-Konflikt. Dennoch ist BAD MILO für einige Lacher gut. In einer Nebenrolle als verrückter Psychiater zu entdecken – Peter Stormare (Gangster in FARGO, einer der Nihilsiten in THE BIG LEBOWSKI). Er entgegnet Duncan, als dieser sich weigert seinem Frust, also Milo, freien Lauf zu lassen:
“Big Fat Babies Come Out Of Tiny Vaginas. Maybe Your Anus Is Just Like A Vagina!”
BAD MILO ist billiger, infantiler Creature-Horror-Spaß, den man nicht allzu ernst nehmen sollte. Vielleicht nicht unbedingt der geeignete Film für den Abend mit der Freundin. Sollten einem aber mal die „Troma“-Filme ausgehen, dann ist man hiermit bestens beraten.
Fazit:
“Mr. Hankey The Christmas Poo” goes CHUCKY – DIE MÖRDERPUPPE. Schade, dass im falschen Jahrzehnt produziert, sonst wäre der Kultstatus vorprogrammiert und die Sequels wohl schon in Arbeit.