Weihnachtsfilme müssen nichts zwangsläufig kitschig oder als Anti-Festtagsfilm angelegt sein, - für Autor und Independent-Regisseur Zach Clark gibt es einen Mittelweg zwischen Besinnlichkeit und zuweilen absurder Trauerbewältigung.
Maklerin Suzanne (Anna Margaret Hollyman) führt an sich eine glückliche Ehe mit ihrem Mann Jeff in einer ruhigen Vorstadt in Virginia. Doch als sie nach einem vorweihnachtlichen Bummel nach Hause kommt, findet sie Jeff erschossen vor. Kurz nach der Beerdigung erfährt sie von einem gemeinsamen Freund von einer Affäre, die Jeff mit einer Stripperin hatte. Suzanne sucht jene auf...
Der Vorteil von jungen, unabhängigen Filmemachern ist die recht eigenwillige Sichtweise der Dinge und gerade, wenn es um Weihnachten geht, tut es gut, mal ordentlich gegen die Etikette zu verstoßen, ohne dabei gezielt zu provozieren. Die Handlung hätte zwar zu jeder Jahreszeit stattfinden können, doch es ist schon ungewöhnlich, etwas Dirty Talk beim Sex in der Küche zu erleben, während an allen Ecken Weihnachtslieder erklingen und auch der Besuch einer Swinger-Party in der Nachbarschaft ist vielleicht nicht unbedingt das, was Durchschnittsbürger drei Tage vor Heiligabend tätigen.
In erster Linie geht es natürlich um die Bewältigung eines immensen menschlichen Verlustes, aber auch um dieses Weihnachtsgefühl, welches Suzanne anhand eines Erlebnisses während ihrer Kindheit beschreibt. Clark baut diese Mischung insofern geschickt auf, als dass viele kleine Momente für sich stehen und oftmals gar nicht gesprochen wird und der Szenerie mit einfachen Mitteln und gut durchdachten Kameraperspektiven dennoch ein starker Ausdruck verliehen wird.
Allerdings steht recht früh die Frage nach einer Pointe im Raum, da der Mord an Jeff fast komplett in den Hintergrund gerät und Suzanne sich phasenweise nur treiben lässt und dabei nicht nur Wege zum Ladendiebstahl erlernt, sondern auch die Vor- und Nachteile vom Koksen für sich entdeckt. Eine wirkliche Lösung kann es insofern nicht geben, doch etwas radikaler und entschlossener hätte das Ende letztlich doch ausfallen dürfen.
Dennoch ist Zach Clark ein drolliger kleiner Film gelungen, der nicht nur authentisch performt wird, sondern auch Skurriles, Lustiges, Melancholie und hoffnungsvolle Momente in sich vereinen kann. Weihnachtliche Stimmung transportiert er natürlich nur bedingt und auch wenn der Titel auf den ersten Blick etwas anderes suggerieren mag, - das Titelgebende ist nur eines von vielen kleinen Gimmicks am Rande.
Ein etwas anderer, aber dennoch sehenswerter Weihnachtsfilm für Freunde des Independentfilms.
Knapp
7 von 10