Review

Staffel 5 - 7,5/10

Staffel 5


Duschvorhänge werden fallen

In der fünften und letzten Staffel muss Norman „allein“ (natürlich mit riesigen Ausrufezeichen bei ihm) zurecht kommen, die Schlinge um seinen Hals (oder Hälse?^^) zieht sich immer enger und es checkt endlich auch Marion Crane im Bates Motel ein... Was ich an der Serie stark finde und womit vor allem dieses letzte Jahr zu einer eigenen Identität finden konnte? Und wo es über die fünf Seasons und besonders in diesem Showdown noch Verbesserungsbedarf gegeben hätte? 

ALFRED
+ gerade in diesen letzten 10 Folgen ziehen die beiden Stars und Zugpferde, Mutter und Sohn, Highmore und Farmiga, nochmal alle Register 
+ Staffel 5 wirkt nicht zu lang gezogen, kommt endlich auf den Punkt, weiß, wohin sie will, wirkt konzentrierter denn je 
+ geht insgesamt viele neue Wege, will sich deutlich vom 1960er Original lösen 
+ wirkt sehr modern, ohne Stil und Ton seines Vorbilds komplett über Bord zu schmeißen; stylisch ein top Update
+ mutiges, polarisierendes, konsequentes Ende 
+ mit Nebenfiguren wird dieses Jahr rigoros umgegangen 
+ Rihanna ist hot
+ ein Happy End für die wichtigsten Figuren 
+ durchaus mit creepy und gory Spitzen (z.B. die tote Norma)
+ Carbonell spielt verzweifelt und badass
+ Dylan und Emma werden endgültig (und zurecht!) an den Rand gestellt 
+ manchmal tut Norman einem fast leid 
+ ich glaube Schizophrenie wird ziemlich gut und spektakulär eingefangen 
+ deutlich besser als das unnötige Van Sant-Remake
+ hochwertiger Look und Sound
+ Design des Motels und des anliegenden Hauses verdammt nahe dran 
+ interessante Insights, Hintergründe und Erweiterungen für Fans von „Psycho“ 
+ feiner Twist auf den Bates-Mythos
+ immer noch die verrückteste Mutter-Sohn-Beziehung ever

GUS
— mir insgesamt nicht spannend und gruselig genug 
— drei Staffeln hätten es vielleicht auch getan 
— oft soapigen Charakter 
— einige Nebenfiguren und -stränge noch immer ziemlich nervig 
— Rihanna ist leider keine gute Schauspielerin (gerade bei solchen Mitspielern) 
— verläuft sich zu oft in Nichtig- und Kleinigkeiten (obwohl das in diesem Finale auf ein Minimum zurückgefahren wird) 
— oft frustrierendes Figurenverhalten
— Marion Crane-Part eigentlich völlig überflüssig 
— kann nicht mit Serien wie „Hannibal“, die vor vergleichbaren Aufgaben standen, mithalten

Fazit: Zeit sich abzukapseln, Zeit seinen Mann zu stehen, Zeit es zu Ende zu bringen - „Bates Motel“ Staffel 5 ist ein würdiges Ende für eine gute Serie, die es weitestgehend geschafft hat sich aus dem riesigen Schatten des legendären Hitchcock-Originals zu lösen. Meistens spannend, beeindruckend stark gespielt von Farmiga und Highmore, durchweg stylisch und hübsch. Selbst wenn es insgesamt für die allerhöchsten Spitzenpositionen in der qualitativ unfassbar hochwertigen Serienlandschaft der letzten 10 Jahre nicht ganz reicht... (7,5/10)

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