Der Strom an Filmen, die ein Revival unserer 80er Jahre Actionhelden feiern, reißt nicht ab. Zu den erneut gefeierten Recken gehört auch Dolph Lundgren der nach den EXPENDABLES auch im neuesten Teil von UNIVERSAL SOLDIER seine gewohnt wortkarge, aber physisch präsente Vorstellung gab. Diesmal versucht er sich mit BATTLE OF THE DAMNED an einen Horrorfilm und meines Wissens ist dies wohl der erste reinrassige in seinem Filmschaffen. Was unter den bunten Zutaten von Zombies, Robotern und natürlich Dolph entstanden ist, muss als reichlich überzogener und skurriler, aber mit der Genrebrille auf der Nase durchaus bescheuert-unterhaltsamer Trash gewertet werden.
Dabei ist Dolph einsilbig wie meistens und hat auch seine Vorstellungen und Methoden der Zombiebrut in den Griff zu bekommen. Das dabei ein wilder Mix entstanden ist, der Logik nicht zu seinen Stärken zählt, sollte doch die Trash-, Dolph- und Zombiefans unter uns nicht wirklich abschrecken. Die Story ist die klassische Virusgeschichte und das Wissenswerte wird uns auch gleich auf passenden Bildtafeln am Anfang kurz dargestellt: Die Wissenschaft ist natürlich wieder an allem schuld, denn ein Experiment geht schief und ein Virus breitet sich aus und tötet die Menschen im besten Falle, im schlechteren verwandelt er diese in wilde Infizierte im Fleisch- und Blutrausch.
Die Menschheit ist fast völlig ausgelöscht, es gibt nur wenige Überlebende. Unter ihnen ist natürlich unser schwedischer Hüne als Soldat Max Gatling (Dolph Lundgren), der mit einigen Überlebenden und Robotern um das Überleben der menschlichen Rasse kämpft…Diese infizierten Menschen sehen Puristen unter den Filmfreunden nicht als klassische Zombies an, aber ich denke das ist vernachlässigbar. Bezüglich des beschränkten Budgets war Regisseur Christopher Hatton gar nicht unschlau und hat einfach mal die Roboter aus seinem letzten Film ROBOTROPOLIS quasi 1:1 übernommen. Wenn das mal nicht eine kreative Idee des "Selbstrecyclings" ist und schon war die Idee "Dolph + Robots gegen Zombies" geboren.
Manchmal liegt das Gute so nah. Und die Integration der mechanischen Gesellen ist in BATTLE OF THE DAMNED alles andere als schlecht gelungen. Sie kommen so circa im letzten Drittel des Films auf die Bühne des Geschehens und ihre ersten Kills kommentiert Dolph gleich locker mit "oh…böse Jungs" ("Bad Boys"). Sie bringen noch mal eine andere Härte mit ins Spiel und sind recht unverwundbar und über und über mit dem Blut der Zombiehorden beschmiert. Und tatsächlich muss man überlegen, ob und wo man schon mal Roboter gegen Zombies hat kämpfen sehen. Dazu müsste man mal im THE ASYLUM Trashfilm-Archiv wühlen gehen.
Spannung ist auch von Anfang an am Hauptort des Geschehens in Thailand vorhanden, da sich Dolph und sein Team in klassischer Actionfilmmanier durch die Reihen der Gegner bewegen. In den Actionszenen kommt oft eine Wackelkamera zum Einsatz die dafür sorgt, dass man auch mal schnell den Überblick wer hier gerade wenn trifft verliert. Die FSK 18 Version die uncut in Deutschland erscheint ist dennoch gerechtfertigt auch wenn einige Bluteffekte dadurch etwas verwässert werden, weil vieles so schnell geht. Aber davon abgesehen gibt es auch mal in unüblicher Weise offene Körper, zertrümmerte Köpfe und herausgerissene Fleischstücke zu bewundern.
Goretechnisch werden aber keine Rekorde angepeilt. Und für Dolph ist es doch egal, ob er unterlegene Actionfilm-Gegner oder wütende Zombies in ihre Schranken weist. BATTLE OF THE DAMNED lebt mehr von seiner Spannung rund um die Kampfszenen und dazu gehörende funktionierende Choreografie. Der actionreiche Vorspann geht unglaubliche 15 Minuten und erst dann gibt es einige Sekunden zum Durchatmen in denen auch mal ein weiblicher Charakter Dolph zur Seite gestellt wird. Sonst wäre auch keiner (außer als Zombie) im Film gesehen worden. Generell werden die Nebendarsteller nicht wirklich ausführlich gewürdigt, was aber auch nicht stört.
Im Nahkampf sind Dolph und seine Freunde sehr effektiv und immer auf die schnelle Vernichtung hin orientiert. Manchmal wirkt eine Bewegung nicht mehr ganz rund oder schnell genug, aber das kann man ja mit der Kamera bzw. leichtem Zeitraffer gut kaschieren. War der gute Mann mit fast 56 Jahren auch schon in EXPENDABLES 2 deutlich gealtert – aber natürlich immer noch fit – merkt man ihm die Jahre auch in BATTLE OF THE DAMNED schon etwas an. Aber dennoch steckt er natürlich physisch noch viele in die Tasche und kann das in BATTLE OF THE DAMNED auch oft genug unter Beweis stellen. Hirn aus und durch kann man nur sagen, es macht Spaß!
5,5/10 Zahnstochern....äh,....Punkten (mit ganz viel Trash-, Zombie-, Dolph- und Roboter-Bonus) – ohne Dolph gäbe es einen Punkt weniger!