Review

Inhalt: 

China, wohl eingangs der 1930er Jahre. Chen Tiangui (Ku Feng) leitet zusammen mit seinen Untergebenen, dem brutalen Wang Zhenping (Wang Ching) und dem schmierigen "Third Hand" Qiang Dao (Chiang Nan), ein nobel wirkendes Casino in der Provinz. Für Chen Tiangui, eiskalt und skrupellos, ist indes das Casino nur Tarnung, um letztlich insbesondere durch Opium- und Waffenschmuggel Kasse zu machen. Gedeckt wird dies durch den korrupten Police-Captain (Lee Pang-Fei), der mit attraktiven Prostituierten ´versorgt´ wird.

Aus Shanghai kommend, will Police-Detective Fang Da (Li Hsiu-Hsien aka Danny Lee) Chen Tiangui endlich das Handwerk legen, letztlich fehlen Beweise um Chen dingfest zu machen. Dazu setzt er sich mit dem Leiter (Lo Lieh) des örtlichen Gefängnisses in Verbindung. Die Gefangenen Jin Gang (Fan Mei-Sheng, der temperamentvoll, brutal und jähzornig ist, aber ein starkes KungFu beherrscht, sowie der gewitzt-smarte "Nine Hands" Zhu Jiushou (Cheng Kang-Yeh), sollen Fang Da unterstützen. Ihnen wird, wenn sie kooperieren, die Freiheit in Aussicht gestellt.

Zunächst macht Zhu Jiushou Ärger im Casino, und wird von den Schlägern des Casinos und Wang Zhenping vermöbelt. Fang Da und Jin Gang gehen gleich den direkten Weg, gelangen in den Büro-Komplex des Casinos um den Tresor nach Beweismaterial zu durchsuchen. Es kommt zum Kampf, Jin Gang kann entweichen, doch gerät Fang Da in die Gewalt der Gangster! In deren Kerker muss Fang Da auf sein weiteres Schicksal warten. Der Police-Captain rät dazu, Fang Da zu töten, Chen Tiangui will indes Fang Da "kaufen", entweder durch Frauen oder Geld. Und so wird die Casino-Mitarbeiterin Yu Bao (Hu Chin aka Woo Gam) auf Fang angesetzt.

Für Jin Gang und Zhu Jiushou gilt es, den Police-Detective zu befreien. Jin überfällt die Polizei-Wache, der Captain kann seinem verdienten Schicksal nicht entgehen. Doch wird Jin Gang überwältigt und landet ebenfalls im Kerker der Gangster. Zhu Jiushou setzt indes auf eine listige Intrige.

Schließlich wird Fang Da von Chen Tiangui und den anderen Gangstern gezwungen, den angeketteten Jin Gang zu töten. Fang verlangt dazu ein Messer. Doch das ist nur eine Finte. Es kommt zum blutigen und gnadenlosen Show-Down zwischen Fang Da und allen Gangstern, und dann zum brutal geführten Duell zwischen Fang Da und Chen Tiangui...!

Kritik:

Was ist das bloß für ein Mensch, der hier auf dieser Webseite diesem Film einen mageren Punkt von 10 gibt? Ein Fan von "A Touch of Zen" oder ein radikaler Hollywood-Jünger? Au Backe, nein. Na ja, ich erdreistete mich ja einst selbst hier, "A Touch of Zen", dem cineastisch ja so hochgelobten Ultra-Langweiler von King Hu, die Niedrigst-Note zu erteilen, so als 1/10-Wertung zwischen jeweils zwei 10/10-Bewertungen anderer Rev-Autoren. So what?

Im Jahre 1973 -laut hkmdb.com- drehte Regisseur Chang Tseng-Chai diesen gediegen-gängigen, routinierten, in weiten Phasen spannend-dramatischen und natürlich actiongeladenen KungFu-Film, einen kernigen Eastern für die Studios der Shaw Brothers. Es gelang ein äußerst solider, kurzweiliger (bei lediglich 81 Minuten Laufzeit kommen keine Längen auf) und gefällig unterhaltender KungFu-Actioner, ein letztlich prima Eastern "für Zwischendurch". 

Schon 1 Jahr zuvor drehte Chang Tseng-Chai einen ähnlich angelegten Eastern im Spieler-Milieu, als gelungene Mischung aus Gambler-Drama und KungFu-Actioner: "The Casino" (siehe mein Review auf dieser Webseite), auch schon für die Studios der Shaw Brothers. Im selben Jahr (1972) gelang dem Regisseur auch der bemerkenswerte Eastern "The Fugitive" (siehe mein Review auf dieser Webseite), auch ein Hit der Shaw Brothers.

Fast ausschließlich in den wieder schicken Studio-Sets der Shaw Brothers erzählt Regisseur Chang Tseng-Chai die einfache Story eines Police-Detectives, der mit zwei Prisoner-Männern einem skrupellosen Casino-Gangster und deren rabiaten und schmierigen Schergen das Handwerk zu legen gedenkt. Vieles spielt natürlich in einem Casino, dessen Hinterräumen, und bildet den richtigen, atmosphärischen Rahmen für ein Gambler-Drama und dann gediegenen KungFu-Actioner. Flüssig-kohärent, weitestgehend spannend, zügig im Tempo, und letztlich in einen langen, knallharten und turbulenten Showdown mündend, in die unausweichliche Gewalt mit reichlich KungFu-Fightaction. Natürlich keine hohe cineastische Kunst, sondern gängig-routinierte Unterhaltung für den eingefleischten Eastern-Fan und Anhänger der Shaw Brothers.

Keiner der Darsteller-Granden der Shaw Brothers, sondern ein Mann der "2. Reihe" bei den Shaw Brothers, Li Hsiu-Hsien (aka Danny Lee), ist hier der Held, der -obgleich ihn 2 Männer zur Seite stehen- letztlich einmal mehr einsame, harte Kämpfer, der KungFu-Fighter der am Ende alles aufmischt. Und Li Hsiu-Hsien macht seine Sache prima, der stoische, eisenharte Fighter für das Gute. Das ist ´ala Bruce Lee´ angelegt, dessen Klasse natürlich nicht erreicht wird -wer konnte das schon?-, aber Li Hsiu-Hsien ackert, wühlt, blutet und fightet sich durch diesen routinierten Eastern-Actioner.

Ihm zur Seite, zwei sehr unterschiedliche Männer, ein jähzornig-temperamentvoller und auf Gewalt angelegter Typ, überzeugend dargestellt von Fan Mei-Sheng, und ein gewitzt-smarter, schmächtiger Typus, Cheng Kang-Yeh verkörpert diesen ebenfalls gekonnt. Beide würzen auf ihre jeweilige Art den Plot und das Geschehen, natürlich ist es ein interessanter Ansatz in der Story, hier zwei Häftlinge, denen die Freiheit in Aussicht gestellt wird wenn sie kooperieren, als Sidekicks des Helden -im Film- ´zu verpflichten´. Ein bisschen "Trio Infernale", gleichwohl am Ende Li Hsiu-Hsien in einem fulminanten Endfight-Actionfinale alle im Alleingang an die Wand prügelt.

Sein Gegenspieler ist mit Shaw-Vielfilmer und Villain-Legende Ku Feng, einem Eastern-Routinier erster Güte, natürlich perfekt besetzt. Ku Feng zieht wieder alle Schurken-Register, und bürgt für eine starke Performance. Einmal mehr verbissen wühlt sich der letztes Jahr leider verstorbene, legendäre Darsteller Ku Feng (1930-2025) in seine Rolle. Eiskalt, skrupellos und am Ende sich eisenhart gegen den Helden stemmend, das macht Ku Feng mal wieder ganz famos, ein klasse Villain einmal mehr.

An seiner Seite, Wang Ching als kalt-brutaler Scherge, und ein weiteres Villain-Ass der Shaw Brothers, Chiang Nan. Auch dieser Darsteller bürgt für eine stark gespielte Rolle. Wieder dieses schmierige Grinsen, diese verschlagen-intrigante Art, typisch Chiang Nan. Wang Ching und Chiang Nan garantieren weitere darstellerische Qualität in Chang Tseng-Chai´s Werk. 

Die weibliche Rolle wird von Hu Chin (aka Woo Gam) verkörpert, einmal mehr in ihrer Standard-Figur der so verruchten wie eitlen Dame verhaftet. Aber sie macht das einmal mehr gekonnt und passend. Als Gaststar in dieser Produktion in einem kurzen Auftritt zu erleben, Genre-Ikone Lo Lieh als Gefängnis-Boss, der dem Helden die "Assistenten" vermittelt.

Für die KungFu-Fightaction sorgten die beiden Kampf-Choreografen Yuen Cheung-Yan und insbesondere Yuen Woo-Ping, später ja selbst ein erfolgreicher Eastern-Regisseur. Einmal mehr eine schöne Mischung aus reellem Streetfight-Stil und klassischen KungFu-Techniken, die hier geboten wird. Rasant-dynamische KungFu-Fights mit Drive, und ein sehr starkes Finale mit NonStop-KungFu-Fightaction, ein knallharter Kampf. Zunächst 1-vs.-ca.20 mit viel Drive, und dann ein rassiges, eisenhartes Duell Li Hsiu-Hsien vs. Ku Feng als dramatischen Schlusspunkt.

Eastern-Herz, was will es eigentlich mehr? "Gambling Syndicate" bietet dem eingefleischten Eastern-Fan und Anhänger der Shaw Brothers eine weitestgehend spannende, kurzweilige, aciongeladene, gefällig-routinerte Unterhaltung..., nicht mehr, nicht weniger. 

7,5/10.

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