Review

In seinen noch jungen Jahren hat es Regisseur Marcel Walz bereits auf elf Filme gebracht, von denen rund ein Drittel recht ordentlich ausgestattet und erzählt ist. Warum die Qualität seiner Werke jedoch mächtig schwankt, ist so schleierhaft, wie man auf die Idee kommen kann, nach all den Jahren und dem eigentlichen Überdruss einen Blair-Witch-Klon zu drehen.

Vor einigen hundert Jahren wurde die vermeintliche Hexe Erika Müller in einem deutschen Dorf verbrannt. In jenem Wald sollen wiederum vor drei Jahren ein Mann und eine Frau umgekommen sein, wie ein kleiner Internetfilm glauben machen will. Nun gehen die Freundinnen Natascha, Ivana und Leonie der Geschichte nach, um nahe der alten Burgruine zu campen. Doch bereits in der ersten Nacht nimmt der Schrecken seinen Lauf…

Vielleicht wollte Walz die Plagiatsvorwürfe bereits im Vorfeld entkräften, indem die drei Mädchen über „Blair Witch Projekt“ diskutieren. Das ändert jedoch nichts an der mangelnden Kreativität, welches das Machwerk umgibt. Rund eine halbe Stunde benötigt die Erzählung nach vielen redundanten Einstellungen und langen Momenten, bis überhaupt so etwas wie Spannung zu vernehmen ist. Es folgen Schreie, hinzu gedichtete Soundarrangements und so etwas wie eine Kreatur, welche offenbar den Teufel verkörpern soll, jedoch eher wie Schweinchen Dick auf Speed anmutet.

Dazwischen wird immer mal wieder die Kamera am Boden abgestellt, man entdeckt Kreuze, Spielzeug und einen Schal, man flieht durch ein Maisfeld und landet letztlich in einem Haus.
Zwar wird das Tempo im letzten Drittel merklich angehoben und die eine oder andere Szene transportiert die Beklemmung der Protagonisten, doch überrascht wird man währenddessen rein gar nicht.

Leider vermögen die drei Damen nicht sonderlich überzeugend zu performen, allenfalls die Panikmomente werden glaubhaft vermittelt. Hinzu kommt ein grauenvoll abgemischter Ton, denn rund ein Drittel der Dialoge ist kaum zu verstehen, während demgegenüber einige Male zu nah am Mikro gesprochen wird. Die Kamera ist hingegen lediglich während einiger Fluchtszenen arg wackelig, ansonsten jedoch ohne Sehschaden zu verfolgen.

Blut- und spannungsarme Variante von „Blair Witch Projekt“, welche dem Subgenre des Found Footage rein gar nichts Innovatives beschert. Hinzu kommen schwache Charaktere, viel belangloses Zeug und damit verbundene Längen und eine Pointe, die bereits beim Vorspann abzusehen ist. Kein komplettes Desaster, aber nichts was einem Horrorfreund feuchte Augen beschert. Es sei denn, durch die Wackelkamera.
3,5 von 10

Details
Ähnliche Filme