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Die Baroness Troixmonde hat eine geheime Identität, begeht sie doch als Diebin Filibus aufsehenerregende Verbrechen. Ihr auf den Fersen ist der Detektiv Kutt-Hendy, sodass die Schurkin einen Plan entwirft, um sich den Verfolger vom Hals zu schaffen.

Das italienische Stummfilm-Abenteuer kommt mit allerlei Spielereien daher, ergeht sich die Diebin doch in mancher Verkleidung, reist mit einem Luftschiff durch die Gegend und scheint dem Detektiv immer einen Schritt voraus zu sein. Wirklich böse sein kann man der schurkischen Dame nicht, dazu spielt Valeria Creti die Antagonistin zu charmant und selbstbewusst. Dabei ist sie so clever und durchschaut ihr gestellte Fallen fast schon in unglaubwürdig-souveräner Weise. Zum Leidwesen des sie jagenden Detektivs, der ob Filibus' Manipulationen langsam den Verstand verliert. Er kann einem fast schon leidtun.

Technisch ist das solide, natürlich in Anbetracht der Entstehungszeit. Die Kamera ist meist statisch, ab und an gibt es mal einen kleinen Schwenk, aber auch ein Splitscreen kommt hier schon zum Einsatz. Die Spezialeffekte sind da eher putzig geraten. Immerhin geht es flott voran und das Duell zwischen Filibus und Kutt-Hendy ist nicht ohne Reiz, alles eingebettet in eine lockere Erzählweise. So wird es nie wirklich dramatisch, die so herrschende Tonalität verbuche ich aber hier auf der Habenseite. Eine mögliche Fortsetzung kam leider nicht.

Parallelen zu „Fantômas" sind sichtbar, ein eventueller homoerotischer Unterton im Hinblick auf die Titelfigur ebenso. Dazu noch das mit Sci-Fi-Elementen angereicherte Szenario und so bekommt man mit "Filibus" eine spannende Mischung. Leicht zu konsumieren aufgrund der unterhaltsamen Inszenierung und mit einer charmanten Hauptfigur besetzt, sodass man der Schurkin gerne die Daumen drückt. Wer ein Herz für die frühen Jahren des Kinos hat, sollte hier unbedingt reinschauen.

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