Mit Christiane F. - Wir Kinder vom Bahnhof Zoo liefert Regisseur Ulrich Edel, welcher erst zwei Wochen vor Drehbeginn zu Produktion stieß, einen packenden sowie erschütterten Film über Drogensucht und deren zerstörischen Verlauf ab.
Der Film erzählt das Leben der zu Beginn des Films 13-jährigen Christiane Felscherinow aus Berlin-Gropiusstadt.
Um 1975 kommt sie über Freunde erstmals mit illegalen Drogen in Berührung. Sie erzählt ihrer Mutter, sie würde bei ihrer Freundin Kessi übernachten, verbringt jedoch fast jedes Wochenende in der einschlägig bekannten Diskothek Sound. Zunächst konsumiert sie LSD und Cannabis, steigt später auf Heroin um. Um ihren Drogenkonsum zu finanzieren, beginnt Christiane mit 14 Jahren, sich am Bahnhof Zoo auf dem Babystrich zu prostituieren. Ihr Freund Detlef, selbst Strichjunge und ebenfalls heroinabhängig, kann sie davon nicht abhalten...
Gedreht teils ohne offizielle Drehgenehmigung und mit unerfahrenen Darstellern überzeugt der Film, welcher von Bernd Eichinger produziert wurde und welcher damit erstmals in seiner Karriere einem Film komplett betreute, vor allem mit Authentizität und kommt zudem regelrecht dokumentarisch daher. Trotz der Unerfahrenheit leistet die Besetzung eine hervorragende Arbeit. Basierend auf dem Buch Wir Kinder vom Bahnhof Zoo zeigt sich das deutsche Kino in Bestform, auch wenn der Film wahrlich kein Feelgood Movie ist.
Von einer Heroisierung der Hauptfigur, wie so manch Kritiker behauptete, kann ebenfalls keine Rede sein, da die gezeigten Bilder zu erschreckend sowie trostlos dafür herkommen. So ergibt das ganze ganz starke 9 Punkte und einen Film, den man zumindestens einmal im Leben gesehen haben sollte, auch wenn das zuschauen nicht immer leicht fällt.