Review

Gelungene Remakes von Horrorfilmen gibt es leider nicht viele auf der Welt. Mir fallen momentan auch nur eine Handvoll ein, und "Carrie" gehört leider nicht wirklich in diese Kategorie, obwohl der Film an sich eigentlich nicht mal so schlecht ist.

Die Story spare ich mir, da sie den meisten wohl bekannt ist. Regisseurin Kimberly Peirce (Boys don`t cry) denkt auch gar nicht dran, irgendwas am Grundgerüst zu ändern, und so läuft der Film fast genauso ab wie das Original. Und genau da liegt der Hund begraben, denn ohne eigene Ideen scheitert ein Remake in 9 von 10 Fällen an seinem übermächtigen Vorbild. Wobei ich jetzt eigentlich auch nicht weiß, was man groß hätte ändern sollen. Rob Zombie hat es in "Halloween" zumindest in der ersten Hälfte probiert, was doch ziemlich interessant war (leider spulte er in der 2. dann mehr schlecht als recht den Originalplot runter) und "Haunted Hill" fällt mir gerade als Paradebeispiel ein, wie ein Remake mit eigenen Ideen funktionieren kann. Das "Carrie"-Remake ist ein Streifen, der keinem weh tut, aber den man auch hätte bleiben lassen können. Das hätte ebenfalls keinem weh getan.

Bei den Darstellern muss man ebenfalls Abstriche machen. Bis auf Julianne Moore, die wirklich alles aus der Rolle der religiös-fanatischen Mutter rausholt, bleibt der Rest ziemlich blass und farblos. Und Chloe Graetz Moritz? Die scheitert leider am übergroßen Schatten von Sissy Spacek. Erstere sieht einfach zu gut aus, um als Außenseiterin durchzugehen. Sie gibt sich zwar Mühe, und ich möchte jetzt nicht das böse Wort "Fehlbesetzung" in den Mund nehmen, aber es hätte sicherlich andere Darstellerinnen gegeben, die besser in die Rolle gepasst hätten. Spacek war einfach in der Carrierolle natürlicher und zerbrechlicher, am Ende blutbesudelt ebenfalls deutlich angsteinflößender als Graetz Moritz.

Was bleibt also? Ein weiterer Film, den Stephen King wohl wieder nicht als Highlight in der Filmographie sehen wird. Und das Publikum wohl auch nicht.

Details
Ähnliche Filme