12 Runden, Teil 2. Diesmal aber ohne John Cena, dafür mit Randy Orton.
Ob das nun besser oder schlechter ist, wird sich zeigen.
Randy Orton ist Retungssanitäter und heisst im Film Nick Malloy. Als er nach einem Kinobesuch mit seiner Frau auf dem Heimweg ist, wird er Zeuge eines Unfalls und leistet sofort Erste Hilfe.
Leider kann er nur 2 der 3 Unfallopfer retten - die Gattin eines der Unfallopfer verstirbt noch an Ort und Stelle.
1 Jahr später ist Randy mit dem Quotenschwarz... äh, seinem Kollegen bei einem Einsatz, als er plötzlich auf seinem Handy angerufen wird. Eine Stimme droht ihm mit dem Ableben seiner Frau, wenn Randy nicht genau das tut, was ihm befohlen wird. Nur wenige Augenblicke später explodiert eine Bombe, tötet den Patienten in Randys Krankenwagen und setzt den Quotenschwarzen in Brand; Runde 1 by the way.
Der Anrufer übt noch mehr Druck auf Randy aus, so dass dieser schließlich einlenkt und den Befehlen des Anrufers Folge leistet...
Mehr möchte ich zur Geschichte auch gar nicht sagen, denn auch wenn man relativ leicht drauf kommt, wer der Anrufer ist und warum er das alles tut, wird der Film tatsächlich von Minute zu Minute besser.
Was Anfangs noch wie ein 08/15-Actioner aussieht, mutiert binnen kürzester Zeit zu einem kompromisslosen Rache-Trhiller, der sich freizügig bei den Tricks aus bekannten Gerne-Filmen wie The Dark Knight oder Saw bedient.
Und gerade Torture-Porn der Marke Saw wird hier, wenn auch längst nicht so exsessiv wie in der genannten Vorlage, praktiziert: Menschen werden lebendig begraben oder müssen sich selbst vergiften, wehrlose Personen werden erschossen, verbrannt, in Luft gejagt usw. und die Kamera hält immer schön drauf.
12 Rounds 2 - Reloaded gelingt die Gratwanderung vom tumben B-Actionfilm zum (beinahe) Horror-Thriller erstaunlich gut, was auch dem glaubhaften Bösewicht zu verdanken ist (auch wenn er ziemlich over-acted, aber vielleicht ist das gerade der Knackpunkt an der Sache).
Randy Orton passt als Schauspieler irgendwie nicht so richtig ins Bild, zu ungelenk sieht es aus, wenn er läuft oder wenn er zusammen mit normal-proportionierten Darstellern im Bild ist.
Aber vielleicht ist auch das gerade der Vorteil, den 12 Rounds 2 - Reloaded dadurch bekommt: Das komplette Geschehen im Film ist so unfassbar und undenkbar grausam, es wirkt in der modernen Welt von heute genau so deplatziert wie Randy in der Uniform eines Sanitäters.
Und genau das macht die Sache wieder gut und interessant.
Aufgrund des Titels kommt man nicht umhin diesen Film mit dem "ersten Teil" zu vergleichen, auch wenn beide in der Handlung absolut gar nichts miteinander zu tun haben.
Noch nicht mal die Genre sind identisch; während John Cenas Zwölf Runden ein unterhaltsamer Actionfilm à la Die Hard - With a Vengeance ist, driftet 12 Rounds 2 - Reloaded in einer immer schneller drehenden Gewaltspirale vom Actioner zum Thriller und fast schon zum Horror hinab.
Das macht ihn zwar eindeutig zur schwereren Kost, was sich auch in der höheren Altersfreigabe wiederspiegelt, aber es macht ihn nicht zu einem schlecht(er)en Film.
Fazit:
Da 12 Rounds 2 - Reloaded im Gesamtpaket weder Fisch noch Fleisch ist, fällt mir die Bewertung ein wenig schwer. Meiner Meinung nach hat sich WWE Films keinen Gefallen damit getan, den Filmtitel an den wirklich gelungenen John-Cena-Film anzulehnen. Ein neutraler Titel hätte eine andere Erwartungshaltung beim Zuschauer bewirkt.
Ich vergebe vorerst 6/10 Punkte mit der Option, die Wertung zu gegebener Zeit noch nach unten oder oben zu korrigieren.