Review

kurz angerissen*

Japan, du bist unfassbar! Einen Trashkracher dieses Kalibers kann es wahrhaftig nur im Land der aufgehenden Sonne geben. Die japanische Kultur bringt mitunter gar Sonderbares zu Tage, getragene Schlüpfer aus dem Automaten beispielsweise. Die Idee allerdings, die Schlüpfer zum Aufhänger einer Superheldenparodie zu machen, ist dermaßen kirre, dass sie nur in einer Gesellschaft Früchte tragen kann, deren Aggressions- und Perversionsventilfunktion so sehr beansprucht wird wie eben in Japan.

Aber es passt wie Arsch auf Eimer! Tatsächlich schmiegt sich die zur Maske umfunktionierte Damenunterwäsche derart schmeichelnd um den Kopf des Helden, dass man glauben möchte, das kleine Stück Stoff werde endlich so benutzt wie vom Erfinder gedacht.

Ebenfrech wird in diesem Kontext „Spider-Man“ samt Vorspann, Love Story und Häuserschluchtenschwung von den Amerikanern stibitzt und völlig auf links gedreht. Alleine des absurden Outfits wegen samt „Borat“-Tanga steigt der Partyfaktor ins Unermessliche – in Sachen „spontaner Lachanfall“ ist „Hentai Kamen“ eine der effektivsten Trashkomödien der letzten Jahre. Schamesgrenzen scheinen nicht zu existieren, verarbeitet wird folglich alles, was die Fremdscham möglichst stark ansteigen lässt.

Insbesondere ist der Film ein Vollangriff auf die Homophobie, denn selten wurden (auch noch so hauchdünn verpackte) männliche Genitalien in einer Komödie exzessiver in die Kamera bzw. ins Gesicht eines beliebigen Bösewichts gehalten als hier. Zugleich wird Position bezogen für die Perversion und das Normale als eigentliche Perversion dargestellt, ohne dass dafür der Zeigefinger bemüht werden müsste.

Einer der peinlichsten Filme aller Zeiten. Oder anders formuliert: eine Riesengaudi.

*weitere Informationen: siehe Profil

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