Review
von Frostbeule
Ein ziemlich tiefgreifender Film mit dichter Atmosphäre, sehr schönen Kulissen und hervorragenden Schauspielern. Der Film spielt einige Jahre vor Ausbruch des US-Bürgerrkriegs. Er erzählt die (auf wahren Begebenheiten beruhende) Geschichte eines schwarzen Bürgers in den USA, der dort entführt und versklavt wird. Eindrucksvoll wird gezeigt wie Menschen ihresgleichen herzlos unterdrücken, mißbrauchen, verachten und ausbeuten. Auch sehr gut veranschaulicht, werden religiöse Menschen, die ihre Religion weder verstanden haben noch diese aufrichtig leben, sondern nur als Rechtfertigung für ihr eigene Sünden heranziehen und Profit daraus schlagen. Immer dort wo Greueltaten straflos verübt werden können, treten Psychopathen in Erscheinung, um ihre raue, unentwickelte Naturelle ausleben zu können.
Außergewöhnlich an diesem Film ist auch, dass er relativ wenig Logikfehler und Drehbuchschwächen aufweist. Es gibt kaum etwas zu meckern, aufgefallen ist mir lediglich. Eine Familie Farbiger, die ihn Washingtion als freie Bürger leben, werden als gleichberechtigte, voll integrierte und voll anerkannte Schwarze unter Weißen gezeigt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass zu der Zeit damals schon so viel Toleranz und Wertschätzung existierte.
Dann gibt es da noch ein paar wenige Szenen, in denen die Inszenierung etwas fragwürdig ist. z.B. in einer Gefängniszelle sieht es so aus, als ob der von seinen Wärtern Mißhandelte geradezu hinhält, um geschlagen zu werden und bereits laut losjault bevor er überhaupt schwer malträtriert worden ist, dann gibt es da eine Szene in der sich lange voneinander getrennte Familienangehörige wiedersehen, die stehen erst mal ernst hölzern da, als wären sie Fremde.
Zu bedenken heutzutage: Die Unterschiede von Aussehen und Hautfarbe sind nicht mehr so problematisch wie einst, hingegen gibt es viele Spannungen aufgrund höchst unterschiedlicher kultureller Vorstellungen und Einstellungen.
Fazit: Absolut sehenswert und beeindruckend. (9/10)