kurz angerissen*
Das Unaussprechliche nicht in den Mund zu nehmen, macht “Wer” bis zur letzten Szene zu seinem Konzept und wählt eine medizinisch-psychologische, in jedem Fall aber möglichst realitätsnahe Annäherung an ein Thema, das in der jüngeren Vergangenheit filmisch eher fabelhaft-mythologisch umgesetzt wurde. Unbekanntere Darsteller in einem schmutzig gefilmten Werk, in dem lange Zeit nichts passiert außer distanziertem Suspense; William Brent Bell kokettiert mit Steadycam-Ästhetik, ohne selbst ein direkter Vertreter dieser Gattung zu sein, und liefert damit sicher kein Gourmetmenü. Die punktuellen Gewaltszenen sind kurz, blutig, wahllos und radikal, behaupten keine Zelebration des Tötens, sondern seine Notwendigkeit.
Dezent mischen sich später doch noch mythische Wurzeln in den Plot (die eben von den ermittelnden Beamten trotzdem kriminalistisch erfasst werden), was dann möglicherweise auch entschuldigt, dass Bell im Finale einen Schaukampf präsentiert, der ansonsten nicht ganz zum Filmkonzept gepasst hätte, insofern er an manches Duell der Spezies aus „Underworld“ erinnert.
Erwähnenswert noch Brian Scott O’Connor, dessen physisch eindrucksvolle Gestalt nicht nur überzeugend die mit Hypertrichose im Zusammenhang stehenden Gebrechen und Leiden vermittelt, sondern den Film mit seiner Präsenz auch dominiert.
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