Category 3 Flick um Lau Shu – Bill [ Chan Kwok Bong ], der als „Guangzhou Crazy Killer“ zwischen 1992 und 1994 wütete und dabei 14 Prostituierten umbrachte, ein männliches Wesen schleicht sich noch in die Liste mit ein.
Nach seiner Verhaftung erzählt er seinen aufmerksamen Mitgefangenen [ und uns ] seine Geschichte, der Film wird also von ihm mit voice over geleitet. Viel Neues erfahren tut man deswegen allerdings nicht, zumal sich die Handlung ausser einem ganz kurzen Abstecher ins Jahr 1980 auch nur auf die zwei Jahre begrenzt und auch örtlich auf die ganz nahe Umgebung von Lau eingeengt ist: seiner auf dem Dachboden eingerichteten Werkstatt, die neben dem ständig laufenden Fernseher voller Bondage – Videos auch andere Utensilien wie einen Rollstuhl, eine Streckbank und verschiedenes Schneidewerkzeug beinhaltet; Lau führt nämlich ein genaues Buch über seine Taten, dass er mit „Andenken“ bebildert.
Der Film ist also wie die meisten Vertreter des Genre in Rückblenden aufgebaut, und erzählt ein fiktive Geschichte, die allerdings wie ein True Crime Movie aufgebaut wird und auch so wirkt; eine strenge, aber kühle Fokussierung auf die Hauptperson inbegriffen.
Aussenstehende Personen kommen fast nicht zum Tragen, Ermittlungsarbeiten der Polizei werden wie das berufliche Umfeld ganz ausgelassen, eine wirkliche Spielfilmhandlung wird durch das Porträtieren des Täters ersetzt.
Warum es nur gerade wieder einmal die Prostituierten treffen muss wird von ihm selber mit dem Reinkarnationsgedanken erklärt, er will ihnen aus ihrem miserablen Leben helfen, je schlimmer ihr Tod, desto schöner ihr nächstes Leben.
Der eigentliche Auslöser für die Tat wird allerdings nicht geklärt, die ihn da ansprechende Frau verlangte kein Geld und tat den anschliessenden Akt offensichtlich aus Lust und Spass an der Sache, nicht zu monetären Zwecken.
Ausserdem kommt er nach langer Zeit wieder einmal selber zur Befriedigung dabei, der eheliche Sex [ Lau ist verheiratet und hat eine kleine Tochter ] ist schon lange nicht mehr erfüllend. Und der eigentliche Akt war vorbei, es war schon fast in der Abschiedsphase.
In der Episode hat man übrigens gleich drei bekannte Vertreter des Genres auf einmal herangezogen, Lau bekommt von ihr eine Videokamera in die Hand gedrückt [ Augen der Angst ], schleicht sich an die Dusche heran [ Psycho ] und vollzieht in der Dusche auch erst ein Liebesspiel, um dann plötzlich aggressiv zu werden [ Dressed to Kill ].
Lau leidet auch ebenso wie Norman Bates oder Doctor Robert Elliott an schizophrenen Anwandelungen, er ahmt zudem in spielerischer Art andere Personen nach, wobei er sowohl die gefesselten Frauen mit einbezieht und ähnlich wie Mark Lewis ihren Ausdruck beim Sterben beobachtet, als später auch in marionettenhafter Weise ihre toten Körper.
Sowieso wird aufgrund seines eigenen Kommentars [ „I walked around that night. I wanted to make friends with girls who costs $200 per night. But, all of them requested $340. They have gone too far!“ ] das Geschehen eher absurd – komisch, wobei auch bei späteren Taten zur gewissen Auflockerung recht schwarzer [ bzw. kranker ] Humor immer miteinfliesst, reine Slapstickeinlagen allerdings aussen vorgelassen werden.
Die Taten selber werden nicht übermässig oder explizit gezeigt, haben jedoch auch durch die Atmosphäre und das beherrschende und verhöhnende Verhalten von Lau genug Gewaltpotential, bestimmte Vorgänge wie das „Geburtstagsständchen“ haben allein in der Phantasie des Zuschauer genug abschreckende Wirkung.
Kranken tut der Film vor allem daran, dass er nichts Unbekanntes zu erzählen weiss, und aufgrund des eingeschränkten Handlungsspielraumes auch keine grossen Sprünge machen kann; ein wirklicher Inhalt fehlt ebenso wie Aussage und Spannungsaufbau.
Trotzdem wird mehr als reine Exploitation geliefert, was vor allem an den Darstellern liegt, wobei sowohl Chan Kwok Bong als auch Farini Cheung gute Leistungen erbringen, wobei er allerdings auf etwas plakative Weise Emotionen darstellen muss.
„Schönes“ Ende.