Review

Ralph Herforth als Jürgen in positiv überraschender völlig ungewohnter Rolle: Auf Korsika eröffnet er seiner Geliebten Katrin (Karoline Eichhorn) daß er sie vorzeitig verlassen wird und die Affäre beendet um zu seiner schwangeren Frau heimzukehren. Die verbleibende Zeit wollen die beiden nutzen um sich voneinander zu verabschieden. Da ist es wieder, das alte Spiel zwischen Chef und Sekretärin, zwischen Seitensprung und Liebe. Doch Katrin findet in Malte, einem jungen zwielichtigen Typ, ein Füllsel für die entstandene Leere und versucht ihre Gefühlswelt durch ihn aufzubauen.

"Der Felsen" ist ein Film in dem es wieder einmal darum geht, wie wenige einschneidende Erlebnisse in kürzester Zeit ein ganzes Leben verändern kann. Die besten Vorsätze und Vorhaben nutzen nichts, wenn man von der Realität eingeholt wird. Das Schicksal plant meist andere Dinge wie wir. Das ewige Spiel der gegenseitigen Annäherung, gepaart mit Verlustangst prägt diesen Film genauso wie die zaghaften Bewegungen, die zwei sich sympathische und doch gegensätzliche Menschen unternehmen um auf einander zu zu gehen.

Was funktioniert nun besser? Der Klassenunterschied oder der Altersunterschied? Eine Antwort ist unmöglich, beides ist zu kompliziert als daß wir (und stellvertretend für uns die Protagonistin) damit glücklich werden könnte: die stete Unzufriedenheit nagt so oder so in uns, wird durch die objektive Unpassenheit aber so sehr gestärkt daß ein Entrinnen aus dieser Klammer unmöglich wird. So sind wir verdammt immer wieder die gleichen Fehler zu begehen: das "drauf reinfallen" in der Hoffnung, es könnte ja doch noch "gut werden" um einmal mehr enttäuscht zu werden.

Katrin weiß aber daß es eben nicht wieder gut werden wird, es kann gar nicht. Auch Malte (übrigens eine erstaunlich schauspielerisch reife Leistung, gespielt von Antonio Wannek) weiß das genau, denn ihm droht die Zwangsrückführung nach Deutschland der er unbedingt mit allen Mitteln entrinnen will und sich dadurch immer tiefer ins Netz der Kriminalität verstrickt.

Das Ende wird bewußt nicht verraten. Abgründe tun sich auf, der Film entwickelt sich auf einmal mit rasanter Geschwindigkeit zu einem nervenpackenden Thriller, was man so gar nicht erwartet hat. Eine positive Entwicklung die Fahrt in den anfänglich müden Plot bringt, aber stellenweise fast überzogen wirkt.

Am Schluß steht Katrin alleine da, in wenigen Tagen um Jahre gealtert. Manchmal kommt es einfach anders als geplant. Alles.

So richtig überzeugen mag der Film allerdings nicht, zu wenig Inhalt, zu abstrakt die Situationen, zu gewollt die Verknüpfungen, zu viel an Melancholie und zu viel an menschlichem Leid das hier versucht wird zu verarbeiten. Leider verkommt der Film zu einem vermischten Brei menschlichen Sumpfs, dem die Konzentration auf weniger Elemente nicht geschadet hätte, diese dafür ausführlicher logischer und präsenter dargestellt. Die schauspielerischen Leistungen und Bildschnitte können dafür umso mehr überzeugen.

(5/10)

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