Drei unterbelichtete Bodybuilder entführen einen Geschäftsmann, um an sein Vermögen zu kommen. Es geht schief, was nur schief gehen kann…
(Geschichte beruht auf wahren Begebenheiten)
„Ich hab ’ne Menge Filme gesehen. Ich weiß, was ich tue.“
Michael Bay (TRANSFORMERS 1-3, BAD BOYS, ARMAGEDDON) mit seinem “Low-Budget”-Projekt mit “nur” 26 Millionen Dollar Budget. Der Film lebt von seiner Kombination aus Muskel-Show, heißen Schlitten und geilen Weibern – allen voran die israelische Schauspielerin Bar Paly [lechz!]. Die Action macht Spaß, ist aber nicht so furios wie in Bays Frühwerken THE ROCK oder BAD BOYS, sondern besticht durch humoristische Seitenhiebe.
Schauspielerisch ist einiges vertreten, was Rang und Namen hat. Mark Wahlberg (DIE ETWAS ANDEREN COPS, TED) als der permanent Dünnpfiff labernde Kopf der Clique. Dwayne “The Rock” Johnson (ZAHNFEE AUF BEWÄHRUNG, WELCOME TO THE JUNGLE) als das Testosteron getriebene Riesenbaby, das eine heftige Kokainsucht entwickelt und auf der Flucht vor den Bullen einen Zeh abgeschossen bekommt. Anthony Mackie (NOTORIOUS B.I.G.) hat aufgrund seines Anabolika-Missbrauchs Probleme mit der Potenz, bekommt aber tatkräftige Abhilfe von Rebel Wilson (PITCH PERFECT, HOCHZEIT MEINER DICKSTEN FREUNDIN), der derzeit wohl hippsten Übergewichtigen im Filmgeschäft. Wenn einem einfällt, woher man Business Man Tony Shalhoub kennt (=> MONK), muss man sofort seine Wandlungsfähigkeit loben. Ed Harris (THE ROCK) mimt den sich zur Ruhe gesetzten Schnüffler, der dem Dreiergespann auf die Pelle rückt.
PAIN & GAIN ist eine stellenweise ganz ulkige Actionkomödie, die leider ihr Potenzial nicht ausschöpft und verhältnismäßig unpeppig daherkommt. Die Story zieht sich wie fünf Monate alter Kaugummi. Die Action ist bis auf ein paar Verfolgungsjagden und Schießereien relativ unspektakulär. Und mit einer Laufzeit von über zwei Stunden ist der Streifen einfach zu langatmig. Ferner muss man dem Werk Inkonsequenz vorwerfen: Einerseits rechnet er mit dem Körperkult ab und stellt die Bodybuilder als hohl und aufgeblasen dar, andererseits glorifiziert und feiert er Oberflächlichkeit und den protzigen Lifestyle.
Bays Versuch mehr Gewicht auf Humor als auf Bombasto-Action zu legen, funktioniert leider nur partial. Schade, denn mit einem derartigen Cast hätte sich durchaus was machen lassen.
„Weißt du was, kleb’ dir doch seinen Zeh an deine Eier, dann haben alle was davon!“
Fazit:
Leg Day im Fitness-Studio – ganz nett, aber nicht so der Hammer!